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Panorama

Montag, 08. März 2010

Poker-Turnier überfallen: "Neue Dimension der Dummheit"

Die Berliner Polizei ist zuversichtlich, dass die große Menge von Spuren nach dem spektakulären Überfall auf Deutschlands größtes Pokerturnier sie zu den Tätern führt. Polizeigewerkschaftschef Wendt kritisiert bei n-tv die Veranstalter als leichtsinnig - und hält die Täter für Dilettanten.
Jede Menge Spuren: Die Polizei wird fündig.

Jede Menge Spuren: Die Polizei wird fündig.
(Foto: dpa)

Die Ermittler haben nach dem spektakulären Überfall auf Deutschlands größtes Pokerturnier in Berlin zwar noch keine heiße Spur,  sind derzeit mit der Auswertung der "großen Menge" von Tatortspuren, Zeugenhinweisen und Videos beschäftigt - und sind optimistisch, dass diese zum Ziel führen. "Hier waren offensichtlich nicht Profis am Werk, sondern eher Dilettanten", sagte der Vorsitzender der Deutschen Polizeigewerkschaft (DPolG), Rainer Wendt, bei n-tv.

"Sowohl die Bewaffnung als auch das Vorgehen der Täter als auch die Berge von Spuren, die sie ganz offensichtlich hinterlassen haben, die deuten schon darauf hin, dass die Polizei diese Täter sehr schnell ermitteln wird", so Wendt weiter. "Ich würde es ablehnen wollen, das hier aufzubauschen. Eine neue Dimension gibt es nicht, vielleicht eine neue Dimension von Dummheit, vor laufenden Kameras eine solche Tat zu begehen. Ich würde den Tätern eher empfehlen: Stellt Euch der Polizei, bringt die Beute gleich mit, legt ein umfassendes Geständnis ab. Vielleicht gibt es ein paar Jahre weniger Knast."

242.000 Euro erbeutet

Der Tatort: das Hotel "Grand Hyatt" am Potsdamer Platz in Berlin.

Der Tatort: das Hotel "Grand Hyatt" am Potsdamer Platz in Berlin.
(Foto: dpa)

Nach Angaben von Polizeipräsident Dieter Glietsch haben die Räuber knapp 242.000 Euro erbeutet. Im Tresor im Foyer vor dem Poker-Saal hätten demnach insgesamt 691.000 Euro an eingezahlten Startgeldern gelegen. Bei dem Überfall waren am Samstag mindestens vier maskierte, mit Schusswaffen und Macheten bewaffnete Täter in das Luxushotel "Grand Hyatt" am Potsdamer Platz eingedrungen.

Kritik am Veranstalter

Wendt kritisierte den Turnierveranstalter als zu leichtsinnig. Ein Veranstalter, der das Preisgeld von einer Million Euro in bar "offen herumliegen lässt, (…) der muss natürlich dafür Sorge tragen, dass auch genügend Sicherheitspersonal da ist", so Wendt bei n-tv. "Ein einziger Wachmann und ein Hotelpraktikant reichen da wirklich nicht aus. Vielleicht ein bisschen geringere Preisgelder, dafür aber mehr Sicherheit von privaten Sicherheitsunternehmen, denn die sind dafür da, eine solche Veranstaltung zu beschützen."

Nervenstark auch nach Überfall: Der US-Amerikaner Kevin McPhee gewinnt die European Poker Tour 2010.

Nervenstark auch nach Überfall: Der US-Amerikaner Kevin McPhee gewinnt die European Poker Tour 2010.
(Foto: dpa)

Die bewaffneten Räuber hatten in dem Nobelhotel mitten in Berlin Sicherheitsleute und Angestellte bedroht; unter den Anwesenden brach Panik aus, sieben Menschen wurden in dem einsetzenden Chaos leicht verletzt. Nach Medienberichten flüchteten die Räuber nach ihrer Tat in einem schwarzen Mercedes unerkannt.

Das Turnier hatte am Dienstag vergangener Woche mit zunächst 950 Teilnehmern begonnen und war teils prominent besetzt. Auch Ex-Tennisstar Boris Becker und Kultautorin Charlotte Roche hatten mitgepokert, waren aber vorher ausgeschieden und erlebten den Überfall daher nicht mit. Das Turnier ging am Sonntag mit dem Sieg von Kevin MacPhee aus den USA planmäßig zu Ende.

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Chaos nach Überfall auf Pokerturnier
Mitarbeiter rettet Teil der Beute
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hdr/dpa/AFP

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