Freitag, 16. Mai 2008
Peking prüft Adoptionsgesetz: Neue Eltern für Waisenkinder
Angesichts der vielen Waisenkinder, die das Erdbeben in China hervorgebracht hat, prüft die Regierung in Peking die Möglichkeit von Adoptionen. Zahlreiche Organisationen in China und im Ausland hätten sich nach Kindern erkundigt, die bei dem Beben ihre Eltern verloren haben, berichtete die Nachrichtenagentur Xinhua. Die Regierung wolle möglicherweise Adoptionen durch "qualifizierte Menschen" zulassen. In der Zwischenzeit sollen sich örtliche Vertretungen des Ministeriums für zivile Angelegenheiten um die Waisen kümmern.
Ende 2006 hatte Peking die Bedingungen für die Adoption chinesischer Babys durch Ausländer verschärft und festgelegt, die Interessenten müssten eine stabile Ehe führen, ein solides Einkommen haben und dürften nicht übergewichtig sein. In den zehn Jahren zuvor waren Schätzungen zufolge 50.000 chinesische Kinder von Ausländern adoptiert worden.
Kleine Wunder
Im chinesischen Erdbebengebiet werden immer noch Kinder us den den Trümmern gerettet. So bargen Helfer nach 80 Stunden ein lebendes Kind aus einer eingestürzten Schule. Wie die Nachrichtenagentur Xinhua meldete, wurde das Kind in einer Schule in der Stadt Beichuan in der Provinz Sichuan gerettet. In den Trümmern hätten die Helfer weitere Rufe gehört, daher erwarteten sie "weitere Wunder".
Das Alter und das Geschlecht des geretteten Kindes nannte Xinhua nicht. Am Donnerstag war es Helfern gelungen, 68 Stunden nach dem Erdbeben ein elfjähriges Mädchen lebend aus den Trümmern einer Schule in der Stadt Yingxiu herauszuziehen.
6.898 instabile Schulgebäude
Derweil ordnete die Regierung eine Untersuchung der Bauqualität vieler eingestürzter Schulen an. "Wenn es Qualitätsprobleme in den Schulgebäuden gegeben hat, werden wir die Verantwortlichen zur Rechenschaft ziehen und der Öffentlichkeit eine zufriedenstellende Antwort geben", sagte der Chef der Planungsabteilung des Bildungsministeriums, Han Jin, nach Angaben der amtlichen Nachrichtenagentur Xinhua. Nach vorläufigen Informationen seien 6.898 Schulgebäude in der Provinz Sichuan zerstört worden.
Das Bildungs- und Wohnungsministerium reagieren mit der Untersuchung auf massive Vorwürfe, nachdem tausende Kinder unter den Trümmern eingestürzter Schulgebäude verschüttet waren. Empörte Eltern hatten auch darauf verwiesen, dass viele Gebäude örtlicher Behörden dem schweren Beben besser standgehalten hätten, während die Schulen eingestürzt seien. Viele Schulen auf dem Land sind unterfinanziert.
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