Montag, 30. April 2007
"Maden kamen aus Wohnung": Neuer Fall verwahrloster Kinder
Wenige Tage nach dem verzweifelten Hilferuf eines Zwölfjährigen sind in Berlin schon wieder Kinder aus einer völlig verwahrlosten Wohnung befreit worden. Die vier und zwölf Jahre alten Mädchen lebten mit ihrer 40-jährigen Mutter in einer verdreckten Dreizimmer-Wohnung im Bezirk Reinickendorf, wie die Polizei mitteilte. Ein neugeborenes Zwillingspärchen, das sich im Krankenhaus befand, kam ebenso wie die Mädchen in die Obhut des Jugendamts.
Am Vormittag hatte sich ein besorgter Anrufer an einem Hinweistelefon des Landeskriminalamts gemeldet. Der Mann gab an, dass aus der Wohnung ein strenger Geruch ströme. Im Sommer seien sogar Maden aus der Wohnung gekommen. Die Mutter lasse niemanden hinein, sagte der Anrufer. Polizisten suchten daraufhin die Drei-Zimmer-Wohnung auf. In der Küche türmten sich Essensreste und Müll. Neben der Mutter war die zwölfjährige Tochter in der Wohnung. Die kleine Schwester war in einer Kindertagesstätte.
Am Freitag hatte sich ein zwölfjähriger Junge aus dem Stadtteil Prenzlauer Berg an die Polizei gewandt, weil er seit einem Jahr seine drei jüngeren Geschwister selbst versorgen musste. Die Behörden wiesen Kritik zurück, zu spät gehandelt zu haben. "In dem Moment, als es sich offenbart hat, haben wir reagiert", sagte der Regionalleiter des sozialpädagogischen Dienstes Prenzlauer Berg.
Warum die Not des Jungen aus Prenzlauer Berg und seiner Geschwister so spät erkannt wurde, ließ sich am Montag nicht klären. In einem Gespräch mit der Pankower Jugendstadträtin Christine Keil (Linkspartei) habe sich die 46-jährige Mutter "gesprächsbereit" gezeigt. "Die nächsten Schritte werden im Einvernehmen mit der Mutter besprochen", sagte Keil. Auch der Vater habe sich gemeldet. Er werde wie die Mutter und ihr Freund bei der Suche nach einer Lösung einbezogen. Die Kinder wurden zunächst in einem Heim untergebracht.
Nach Meinung des Deutschen Kinderschutzbundes sollten die Kinder zu ihrer Mutter zurückkehren. "Man darf sie nur auf keinen Fall wieder allein lassen mit den Kindern", sagte Geschäftsführerin Paula Honkanen-Schoberth. Berlin hat als einziges Bundesland ein Spezial-Kommissariat für Kindesmisshandlung und -vernachlässigung.
Panorama
-
"Nichts weist auf kriminelle Absicht hin"
Whitney Houston wird obduziert
-
Gutes Wetter an der "Costa Concordia"
Vor Giglio wird abgepumpt
-
"Es war eine Tragödie"
Italien gedenkt "Concordia"-Opfer
-
Mehr als 600 in Europa
Zahl der Kältetoten steigt
-
"Sie hätte gewollt, dass die Show weitergeht"
Whitney Houston ist tot
-
"Das ist alles nur traurig, traurig, traurig"
Kollegen erinnern an Houston
-
Japanischer Kaiser am Herzen erkrankt
Akihito bekommt einen Bypass
-
Superstar, Legende, Queen of Pop
Keine war wie Whitney Houston
-
We will always love her
Whitney Houston ist tot
-
Zwei Tote
Flugzeug stürzt ab
-
Falsche Tochter schöpft Verdacht
Entführung fliegt nach Jahren auf
-
Messie-Wohnung in Berlin-Neukölln
Entrümpler finden Gebeine


