Panorama

Schwer verletzt in KanalschachtNeunjährige sollte sterben

15.09.2009, 12:25 Uhr

Schwer verletzt wurde das Mädchen in einem Kanalschacht gefunden, in den der Täter das Kind geworfen hatte. Danach verschloss er den Schacht mit einem schweren Gullydeckel.

Eine seit Montagabend vermisste neunjährige Schülerin ist nach stundenlanger Suche mit lebensgefährlichen Verletzungen in einem Kanalschacht in Velbert in Nordrhein-Westfalen gefunden worden.

Das am frühen Morgen von einem Rettungshund entdeckte Kind wurde in die Uniklinik Essen gebracht und ist nach einer sofortigen Notoperation inzwischen außer Lebensgefahr, wie die Polizei in Mettmann mitteilte. Es ist aber noch nicht vernehmungsfähig. Die Ermittler gehen demnach von einem Kapitalverbrechen aus und hoffen auf Hinweise von Anwohnern des Fundorts im Velberter Ortsteil Neviges.

Die Neunjährige war am frühen Montagabend nicht von einer Hausaufgabenbetreuung nach Hause zurückgekehrt. Ihr Heimweg betrug nur wenige hundert Meter. Nachdem Angehörige eine Vermisstenanzeige erstattet hatten, suchte die Polizei mit einer Vielzahl an Einsatzkräften aus dem gesamten Kreis Mettmann sowie einem Polizeihubschrauber mit Wärmebildkamera und Suchscheinwerfern nach der Schülerin. Zur weiteren Unterstützung wurden daraufhin Mitarbeiter des Technischen Hilfswerks sowie eine Rettungshundestaffel angefordert.

Spürnase als Lebensretter

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Ein Absperrband der Polizei kennzeichnet den Ort, an dem das Mädchen in dem Schacht gefunden wurde. (Foto: dpa)

Bei seinem Einsatz zeigte ein Suchhund besonderes Interesse für den Kanalschacht in der Nähe einer Sporthalle, in dem das Kind schließlich gegen 01.20 Uhr gefunden wurde.

Laut Staatsanwaltschaft haben die Ermittler zunächst keine konkrete Spur zum Täter. Die Spurensuche am Fundort in der Nähe einer früheren Volksschule dauert noch an. Zu den Verletzungen des Mädchens und möglichen sexuellen Motiven des Täters schwiegen die Ermittler.

Offenbar hat der Täter das Kind mit "stumpfer Gewalt" schwer verletzt und dabei zumindest seinen Tod billigend in Kauf genommen. Der Täter hatte den Kanalschacht wieder mit dem schweren Deckel mit einem Durchmesser von rund 70 Zentimetern verschlossen. Offiziell wollten die Ermittler dies allerdings nicht bestätigen.

Quelle: AFP/dpa