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Panorama

Mittwoch, 28. März 2007

Offen für Hilfe von außen: Nordkoreaner hungern

Nordkorea hat nach Angaben der Vereinten Nationen eingeräumt, dass dem Land eine verheerende Hungersnot droht. Die Regierung in Pjöngjang zeige eine neue Offenheit für Lebensmittelhilfen von außen, um drohende Engpässe überwinden zu können, sagte der für Asien zuständige Leiter des UN-Welternährungsprogramms, Tony Banbury, am Mittwoch. Millionen Menschen könnten von der Hungersnot betroffen sein. Es fehlten eine Million Tonnen Lebensmittel. Dies entspreche 20 Prozent des Bedarfs, sagte Banbury.

Schwangere Frauen und Kleinkinder seien besonders stark gefährdet. Die Lebensmittelspenden an Nordkorea gingen in Folge des Atomstreits stark zurück. Doch der Fortschritt bei den Verhandlungen sollten die Hilfslieferungen nicht beeinflussen, sagte Banbury. "Das Problem ist, dass wir nicht warten können. Die Menschen in Nordkorea können nicht warten."

Nordkorea hatte im Februar im Atomstreit überraschend eingelenkt. Die Regierung in Pjöngjang signalisierte erstmals Bereitschaft, seinen größten Atomreaktor bis Mitte April zu schließen. Dafür soll das völlig verarmte Land Wirtschafts- und Lebensmittelhilfen erhalten. Die Sechs-Parteien-Gespräche zur Umsetzung des Kompromisses waren in den vergangenen Wochen jedoch vorerst gescheitert.

Lieferungen aus Südkorea

S üdkorea hatte am Mittwoch seine Hilfssendungen an den nördlichen Nachbarn wieder aufgenommen. Die Lieferungen waren nach den Atom- und Raketentests Nordkoreas im vergangenen Jahr eingefroren worden. Sie sollten eigentlich bereits nach der verheerenden Flut im Juli 2006 die Not der Menschen in dem kommunistischen Land lindern.

Der ehemalige südkoreanische Vereinigungsminister Chung Dong Young reiste unterdessen nach Nordkorea. Er habe ein zweites Gipfeltreffen der beiden Staatschefs vorgeschlagen, meldete die Nachrichtenagentur Yonhap. Nord- und Südkorea befinden sich formal noch im Krieg.

In den 90er Jahren starben in Nordkorea bis zu 2,5 Millionen Menschen bei mehreren Hungerkatastrophen. Das entsprach etwa zehn Prozent der Bevölkerung.

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