Panorama

Bizarrer Auftritt bei YoutubeNordkoreaner spielen A-ha

06.02.2012, 10:49 Uhr
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Achtziger-Hit auf dem Akkordeon: Höchst ungewöhnliche Klänge aus einem isolierten Land. (Foto: www.traavik.info)

Sie sind jung, sie sind begabt - und sie leben in einem Land, das ihnen kaum Chancen lässt: Trotzdem hat es eine Akkordeon-Gruppe aus Nordkorea geschafft, Musikfans aus aller Welt für sich zu gewinnen. Mit ihrer Version von "Take on Me" aus den Achtzigern bringen sie den eisernen Vorhang zum Schmelzen.

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Mit Kunst die Welt verändern: Morten Traavik. (Foto: www.traavik.info)

Mit einem kurzen Internetvideo löst eine Gruppe nordkoreanischer Akkordeonspieler weltweit Begeisterung aus: Innerhalb von fünf Tagen wurde ihre Darbietung des Songs "Take on Me" bereits mehr als 350.000 Mal angeklickt.

In der seltenen Darbietung eines westlichen Popsongs in dem isolierten kommunistischen Land sind fünf Studenten der Kum-Song-Musikschule in Pjöngjang zu sehen.

Die Aufnahme stammt von dem norwegischen Künstler Morten Traavik, der den Clip ins Netz stellte. Er lud die drei Männer und zwei Frauen aus Nordkorea im Anschluss an die Aufnahme zu einem Musikfestival in Norwegen ein, wo die Akkordeonspieler eine Mischung koreanischer und internationaler Songs zum Besten geben sollten.

Die musikalische Vorlage des neuen Youtube-Hits stammt aus Norwegen: "Take on me" hatte der Pop-Gruppe in 1980er Jahren zu ihrem weltweiten Durchbruch verholfen.

Weltpolitik hinterm Nordkap

Die Einladung der fünf Youtube-Stars ist Teil eines Kunstprojekts von Traaviks "Agentur für kreative Intelligenz". Unter dem Titel "Das gelobte Land" versucht Traavik möglichst viele grenz- und genre-übergreifende Einflüsse zum "Barents Spektakel" zusammenzubringen.

Das Festival für Kunst und Kultur in der nordostnorwegischen Stadt Kirkenes beginnt am 8. Februar und dauert bis Sonntag.

Unklar blieb bis zuletzt, ob die Akkordeon-Gruppe aus Nordkorea die Einladung annehmen dürfen. In Nordkorea dienen die meisten künstlerischen Auftritte der Huldigung der Kim-Dynastie, die das Land seit seiner Gründung 1948 regiert.

Für das Propaganda-Ministerium in Pjöngjang dürfte das Angebot Traaviks eine nicht geringe Herausforderung darstellen: Einerseits bietet sich hier eine ungewöhnliche Chance, die Aufmerksamkeit der Weltöffentlichkeit für eine positive Darstellung des Landes zu nutzen.

Andererseits muss der Einfluss westlicher Pop-Kultur und der Erfolg in einem weltumspannenden Medium wie dem Internet den Machthabern des international isolierten Staates höchst suspekt sein.

Unter www.traavik.info informiert der Künstler über den Stand der Entwicklungen.

Quelle: mmo/AFP