Montag, 12. März 2007
öl- und Erdgassuche: Nordsee-Schweinswale bedroht
Die Öl- und Erdgassuche in der Nordsee bedroht nach Ansicht von Naturschutzverbänden das Schweinswal-Schutzgebiet Doggerbank. Die Firma Wintershall AG, eine Tochter der BASF, plane dort massive Schall-Messversuche, teilten die Gesellschaft zum Schutz der Meeressäugetiere, die Gesellschaft zur Rettung der Delfine und der Naturschutzbund NABU mit. Dadurch könnten die sensiblen Meeressäuger schwer geschädigt und aus dem Schutzgebiet vertrieben werden. Über einen Zeitraum von fünf Monaten würden Messgeräte alle sieben Sekunden extrem laute Knallgeräusche unter Wasser ausstoßen.
Von der Genehmigungsbehörde, dem niedersächsischen Landesamt für Bergbau, Energie und Geologie in Clausthal-Zellerfeld, und der Firma Wintershall waren keine Stellungnahmen zu erhalten.
Die Versuche rund 200 Kilometer vor der Küste sollen in Kürze beginnen und fielen damit in die Zeit, in der Schweinswale ihre Jungen zur Welt bringen, kritisierte eine Sprecherin der Naturschutzverbände. Dies widerspreche allen Bestimmungen der Bonner Konvention zum Schutz wandernder Tiere. Die Lärmspitzen mit zum Teil mehr als 260 Dezibel könnten etwa bei Weißschnauzendelfinen, Schweins- und Zwergwalen schwere Gehörschäden bis zur Taubheit hervorrufen. Sämtliche Meeressäugetiere im Radius von bis zu 70 Kilometer zum Untersuchungsgebiet würden massiv gestört oder möglicherweise geschädigt und für längere Zeit vertrieben.
Ein Sprecher des Bundesamtes für Naturschutz auf Rügen wollte "erhebliche Auswirkungen und Beeinträchtigungen" für die Meeressäuger nicht ausschließen. Die geplanten Messungen gefährdeten die Schutzziele des gemeldeten FFH-Gebietes, sagte der Meeresbiologe Henning von Nordheim. In der flachen Nordsee reflektierten die Schallwellen stärker als etwa im tiefen Atlantik.
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