Panorama

Verdacht auf SchlaganfallNoriega im Krankenhaus

06.02.2012, 09:57 Uhr

Panamas Ex-Diktator Manuel Noriega wird von seiner Gefängniszelle in ein Krankenhaus verlegt. Bei dem 77-Jährigen besteht der Verdacht auf einen Schlaganfall. Seit Mitte Dezember verbüßt er eine Haftstrafe in Panama, zuvor saß er mehr als zwei Jahrzehnte in US-amerikanischen und französischen Gefängnissen ein.

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Schon bei seiner Auslieferung nach Panama machte Manuel Noriega einen hinfälligen Eindruck. (Foto: AP)

Der frühere panamaische Machthaber Manuel Noriega ist mit Verdacht auf einen Schlaganfall von seiner Gefängniszelle in ein Krankenhaus eingeliefert worden. Wie die Polizei des zentralamerikanischen Landes mitteilte, wurde der 77-Jährige in die Klinik Santo Tomas gebracht. Er leide unter "Bluthochdruck mit Verdacht auf einen Schlaganfall". Nähere Angaben machte die Polizei nicht.

Nach mehr als zwei Jahrzehnten in Gefängnissen in den USA und in Frankreich war Noriega Mitte Dezember zur Verbüßung einer weiteren Haftstrafe in sein Heimatland gebracht worden. Der Ex-Diktator war in Panama in Abwesenheit in drei Prozessen zu je 20 Jahren Haft wegen der Entführung und Ermordung von politischen Gegnern verurteilt worden.

Militärmachthaber mit eiserner Hand

Die USA hatten in den 70er und Anfang der 80er Jahre den Aufstieg Noriegas in Panama gefördert, die CIA hatte ihn schon als jungen Offizier angeworben und finanziell unterstützt. Von 1983 bis 1989 regierte er Panama als Militärmachthaber mit eiserner Hand. Dabei fiel er unter anderem wegen Drogengeschäften in den USA in Ungnade; 1989 wurde er durch eine Invasion der US-Truppen in Panama gestürzt und in die USA gebracht.

Danach saß Noriega wegen Drogenhandels und Geldwäsche 20 Jahre lang in Florida und dann in Frankreich noch einmal fast zwei Jahre wegen ähnlicher Verbrechen in Haft. Die französische Justiz hatte Ende November grünes Licht für die Auslieferung des 77-Jährigen gegeben.

Quelle: sla/AFP/dpa