Gegen LohndiskriminierungObama unterzeichnet erstes Gesetz
US-Präsident Obama unterzeichnet sein erstes Gesetz. Es hebt ein Urteil auf, nach dem Beschäftigte nur sechs Monate Zeit haben, um gegen Lohndiskriminierung zu klagen.
Eineinhalb Wochen nach seinem Amtsantritt hat US-Präsident Barack Obama sein erstes Gesetz unterzeichnet. Das Gesetz mit dem Namen "Lilly Ledbetter Fair Pay Act" soll faire Bezahlung sicherstellen. Das Gesetz hebt ein Urteil des Obersten Gerichts auf, nach dem Beschäftigte nur sechs Monate Zeit haben, um gegen geringeren Lohn wegen ihres Geschlechts, ihrer Herkunft oder Hautfarbe zu klagen. "An unseren Arbeitsplätzen gibt es keine Bürger zweiter Klasse", sagte Obama bei der Unterzeichnung.
Das Gesetz trägt den Namen einer inzwischen 70 Jahre alten früheren Beschäftigten einer Reifenfirma, die erst kurz vor ihrer Rente feststellte, dass sie für dieselbe Arbeit weniger bekam als ihre männlichen Kollegen. Sie zog mit ihrer Klage auf einen rückwirkenden Lohnausgleich bis vor das höchste Gericht, wurde dort aber 2007 abgewiesen.
Zur Begründung hieß es, Beschäftigte müssten spätestens sechs Monate, nachdem es zum ersten Mal zu einer diskriminierenden Bezahlung kam, Klage einreichen. Lilly Ledbetter, die während ihrer 19 Jahre währenden Beschäftigung 200.000 Dollar Einkommen durch ungerechte Entlohnung verloren hatte, war bei der Unterzeichnung dabei.
"Auch für meine Töchter"
"Gerechte Bezahlung ist nicht nur eine wirtschaftliche Frage für Millionen von Amerikanern. Es ist auch eine Frage, wer wir sind - ob wir tatsächlich unseren fundamentalen Idealen folgen", sagte Obama. Er unterzeichne das Gesetz auch für seine Töchter und für alle folgenden Generationen, die in einem Land aufwachsen sollen, das ihren Beitrag würdigt, betonte der Präsident.
Obama hatte während seines Wahlkampfes gemeinsam mit anderen Demokraten Front gegen die Entscheidung des Obersten Gerichtes gemacht. Sie hatten damals eine Gesetzgebung versprochen, die Beschäftigten mehr Zeit einräumt, um vor Gericht zu ziehen.