Mittwoch, 26. August 2009
Soldat muss scharfe Granate halten: Offizier tötet Untergebene
(Foto: picture-alliance / dpa)
Die grausame Strafe eines türkischen Offiziers hat vier Wehrpflichtige das Leben gekostet. Nachdem ein Soldat im Dienst eingeschlafen sei, habe der Offizier ihm eine entsicherte Granate in die Hand gedrückt, berichtete die türkische Tageszeitung "Taraf" über das Ergebnis einer Untersuchung. Der verzweifelte junge Mann habe den Hebel der Waffe noch einige Zeit halten können. Dann sei ihm die Granate entglitten und explodiert.
Bei der Explosion starben er und drei seiner Kameraden. Den Sicherungsstift habe der Offizier mitgenommen und erklärt, er wisse schon, wann er zurückkommen müsse. Überlebende Soldaten hätten ausgesagt, keiner in der Gruppe habe gewusst, wie die Waffe ohne das Bauteil zu sichern sei. Die Männer entfernten sich aber nicht von ihrem Posten und hatten offensichtlich Angst vor dem Offizier. Der Vorfall ereignete vor zehn Tagen im zentralanatolischen Elazig.
Laut "Taraf" hat die Armee zunächst versucht, das grausame Geschehen als Unfall darzustellen. Die Zeitung hat bereits mehrmals mit armee-kritischen Berichten auf sich aufmerksam gemacht und ist damit eine Ausnahme in der türkischen Medienlandschaft. In den meisten Fällen haben sich die "Taraf"-Berichte bisher als zutreffend erwiesen.
AFP/dpa
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