Panorama

Waffenfrachter "Chong Chong Gang"Panama lässt nordkoreanische Offiziere frei

28.06.2014, 11:37 Uhr
45933233
November 2013: Die "Chong Chon Gang" in der Navy-Basis in Colon, Panama. (Foto: picture alliance / dpa)

Vor knapp einem Jahr wird in Panama ein mit Waffen beladener nordkoreanischer Frachter entdeckt, die Besatzung wird festgenommen, ihnen drohten zwölf Jahre Haft. Ein Richter entschied nun: die Offziere könnten nicht persönlich verantwortlich gemacht werden.

In der Affäre um den vor einem Jahr entdeckten Waffen-Frachter aus Nordkorea hat ein Richter in Panama die Freilassung der drei letzten inhaftierten Seeleute angeordnet. Richter Carlos Villarrea sprach die drei Nordkoreaner frei und verfügte nach Justizangaben ihre sofortige Freilassung. Zugleich sprach er auch die anderen 32 Besatzungsmitglieder von allen Vorwürfen frei, diese waren bereits im Januar auf freien Fuß gesetzt worden und haben Panama inzwischen verlassen.

Der Frachter "Chon Chon Gang" war im Juli vergangenen Jahres gestoppt und wegen einer nicht deklarierten Waffenlieferung aus Kuba von den Behörden zunächst festgehalten worden. Die mit Pjöngjang verbündete Regierung Kubas erklärte, der Frachter habe "veraltete" Waffen aus ihrem Land transportiert. Das zwischen Zuckerladungen versteckte Kriegsgerät aus sowjetischer Produktion, darunter Raketen, Luftabwehrsysteme sowie zwei MiG-21-Überschalljets, sollte demnach in Nordkorea repariert und zurück nach Kuba gebracht werden.

Fall hat internationalen Charakter

Die Affäre hatte zu schweren diplomatischen Verwicklungen geführt. Den freigesprochenen drei nordkoreanischen Offizieren drohten in Panama bis zu zwölf Jahre Haft wegen Waffenhandels. Richter Villarrea entschied nun aber, dass der Fall "internationalen Charakter" habe und "außerhalb der Rechtssprechung von Panama" liege. Außerdem könnten die Besatzungsmitglieder des Frachters nicht persönlich verantwortlich gemacht werden, "weil sie direkte Anweisungen des Staates Nordkorea erhielten und befolgten".

Der Richter ordnete zudem die Freigabe der 200.000 beschlagnahmten Sack Zucker an. Die Waffen dagegen bleiben vorerst beschlagnahmt, bei ihnen müsse "der wahre Eigentümer" noch ermittelt werden.

Quelle: ntv.de, apo/dpa