Panorama

Korrektur des Berichts von FebruarPolizei: Keine Massenbelästigung in Kiel

08.04.2016, 03:47 Uhr
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(Foto: dpa)

Eine vermeintliche Massenbelästigung junger Frauen in Kiel sorgt Ende Februar für ein großes Medienecho. Doch nun räumt die Polizei ein, dass der Fall sich anders zugetragen hat als zunächst dargestellt.

Die Polizei in Kiel räumt eine Ermittlungspanne im Fall um eine vermeintliche Massenbelästigung junger Frauen ein. Ende Februar hatten die Beamten eine Meldung über sexuelle Belästigung durch zwei jugendliche Afghanen herausgegeben. Demnach sollen die beiden 17-Jährigen drei junge Frauen im Einkaufszentrum "Sophienhof" "massiv belästigt" haben und sie mit ihren Handys gefilmt haben. Die Bilder hätten sie dann an Freunde verschickt. Spontan sollen rund 20 weitere Männer hinzugekommen sein und die beiden Opfer umringt und verfolgt haben. Die Polizei kündigte an, die Handys auszuwerten.

Nun rudert sie zurück - offenbar stimmt der Tathergang so nicht. Wie "Spiegel Online" unter Berufung auf die Kieler Staatsanwaltschaft berichtet, wurden auf den Mobiltelefonen keine Bilder der Frauen gefunden. Auch seien demnach keine Fotos verschickt worden. Es habe auch keinen Mob gegeben. Bei der Gruppe habe es sich vermutlich um Schaulustige gehandelt, die nicht eingegriffen hätten.

Schon kurz nach der ersten Polizeimeldung waren Zweifel an der Darstellung der Beamten aufgekommen. Augenzeugen hatten ausgesagt, dass es sich keineswegs um eine Massenbelästigung gehandelt habe. Den beiden Afghanen droht nun trotzdem eine Anklage. Da sie sich gegen ihre Festnahme wehrten, lautet der Vorwurf auf Widerstand gegen Vollstreckungsbeamte.

Quelle: ntv.de, vpe

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