Panorama

Panik bei DSDS-AutogrammstundePolizei ermittelt

28.03.2011, 13:56 Uhr

Nach der Massenhysterie in Oberhausen schaltet sich die Staatsanwaltschaft ein. Außerdem wird die Frage nach der Verantwortung immer lauter gestellt.

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Eine Verletzte wird vor dem Einkaufszentrum versorgt. (Foto: dpa)

Zur mit 60 Verletzten bei einer Autogrammstunde mit sechs Kandidaten der Show "Deutschland sucht den Superstar" (DSDS) in Oberhausen will die Staatsanwaltschaft ein offizielles Verfahren einleiten. "Es zeichnet sich ab, dass es ein Verfahren bei uns geben wird", sagte der Sprecher der Duisburger Staatsanwaltschaft Rolf Haferkamp.

Derzeit ermittele die Polizei wegen fahrlässiger Körperverletzung gegen unbekannt. Laut "Bild"-Zeitung wurde eine Sonderkommission gebildet. Die Beamten würden noch in Kürze ihre bisherigen Ergebnisse der Staatsanwaltschaft mitteilen, sagte Haferkamp.

Debatte um Sicherheit

Unterdessen werden Fragen zu den Sicherheitsauflagen laut. Die Bezirksregierung Düsseldorf erklärte, die Veranstaltung habe bei den überregionalen Behörden nicht genehmigt werden müssen.

Nach den schrecklichen Vorfällen bei der Loveparade im vergangenen Sommer in Duisburg hatte das nordrhein-westfälische Innenministerium einen verschärften Erlass für Großveranstaltungen herausgegeben. Die neue Genehmigungsregelung bezieht sich aber nur auf Veranstaltungen unter freiem Himmel und mit mehr als erwarteten 5000 Teilnehmern.

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Bei der Generalprobe zur RTL Castingshow "Deutschland sucht den Superstar" (Archivbild). (Foto: picture alliance / dpa)

Zu der Autogrammstunde in dem Oberhausener Einkaufszentrum Centro hatte der Fernsehsender RTL nach Angaben der Stadt nur maximal 5000 Teilnehmer angemeldet - tatsächlich kamen aber 19.000 Menschen. "Wir haben kein Sicherheitskonzept von der Stadt bekommen, und wir mussten auch nicht informiert werden", sagte der Sprecher der zuständigen Bezirksregierung, Bernhard Hamacher.

RTL will vorerst nicht dazu Stellung nehmen, wie es zu der Massenpanik kommen konnte. Für RTL gehe es jetzt erst einmal nicht um die Klärung der Schuldfrage, sagte RTL-Sprecherin Anke Eickmeyer.

Tausende drängten nach

Nachdem am Sonntag bereits 4000 Fans im Einkaufszentrum waren, hatte der Veranstalter die Türen geschlossen. Viele Tausende mussten draußen bleiben und drängten nach. 28 Kinder und Jugendliche zwischen 12 und 17 Jahren erlitten Knochenbrüche, Kreislaufzusammenbrüche oder Schocks und mussten ins Krankenhaus gebracht werden. Mädchen lagen sich weinend in den Armen, berichteten Augenzeugen. Bei einigen wurden böse Erinnerungen an die Massenpanik bei der Loveparade in Duisburg im Sommer wach.

RTL betonte am Sonntagabend, der Veranstalter sei das Einkaufszentrum gewesen. "Es war nicht abzuschätzen, dass so viele kommen", sagte RTL-Sprecherin Anke Eickmeyer.

Vor etwa einem Jahr sei es schon einmal bei einer DSDS-Autogrammstunde in Duisburg zu einer Panik gekommen, erinnerte sich ein Polizeisprecher am Montag. Damals seien ebenfalls mehr Fans gekommen als erwartet, "jede Menge Mädels". Es habe auch mehrere Leichtverletzte gegeben.

Quelle: dpa