Panorama

Keine Spur von der BeutePoker-Räuber stellt sich

16.03.2010, 23:25 Uhr

Einer der Männer, die in Berlin auf spektakuläre Weise ein Poker-Turnier überfallen haben, ist offenbar in Haft. Er hat sich einem Medienbericht zufolge der Polizei gestellt. Wo die Beute ist und wer seine Komplizen waren, bleibt unklar.

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Das Turnier fand im Hyatt-Hotel statt. (Foto: AP)

Elf Tage nach dem aufsehenerregenden Überfall auf ein Poker-Turnier in Berlin hat sich einer der vier am Überfall beteiligten Männer offenbar der Polizei gestellt. Die "Bild"-Zeitung berichtet, der 21 Jahre alte Mann habe bereits am Montagabend im Beisein seines Anwalts die Beteiligung an dem Überfall gestanden. Angaben zum Geld-Versteck oder zu seinen Komplizen habe der Festgenommene bislang nicht gemacht. Seinen drei Mittätern sei die Polizei aber ebenfalls auf der Spur.

Am 6. März waren vier bewaffnete Männer in das Grand Hyatt Hotel am Potsdamer Platz in Berlin-Mitte gestürmt und hatten während eines dort ausgetragenen internationalen Poker-Turniers rund 242.000 Euro erbeutet. Die maskierten Männer waren bei ihrem Überfall von mehreren Videokameras gefilmt worden, hinterließen jede Menge Fingerabdrücke und gingen recht dilettantisch vor. Auf Bildern aus Überwachungskameras ist zu sehen, dass einer der Räuber keine Handschuhe trug. Von einem anderen soll das Gesicht zu erkennen sein, weil sich die Täter auf der Flucht die Masken vom Kopf gerissen haben.

Nach Meinung von Rainer Wendt, Vorsitzender der Deutschen Polizeigewerkschaft (DPolG), waren "keine Profis am Werk". "Sowohl die Bewaffnung als auch das Vorgehen der Täter als auch die Berge von Spuren, die sie ganz offensichtlich hinterlassen haben, die deuten schon darauf hin, dass die Polizei diese Täter sehr schnell ermitteln wird", sagte Wendt am 8. März bei n-tv. Gleichzeitig kritisierte er die ungenügenden Sicherheitsmaßnahmen der Veranstalter, die das Preisgeld von einer Million Euro in bar offen herumliegen ließen: "Ein einziger Wachmann und ein Hotelpraktikant reichen da wirklich nicht aus. Vielleicht ein bisschen geringere Preisgelder, dafür aber mehr Sicherheit von privaten Sicherheitsunternehmen, denn die sind dafür da, eine solche Veranstaltung zu beschützen."

Wie Wendt gingen auch die Ermittler zunächst von einem schnellen Fahndungserfolg aus. Einen am vergangenen Freitag festgenommenen Tatverdächtigen mussten die Beamten aber bereits am Samstag mangels Beweisen wieder freilassen. Der Mann war in einer Berliner Wohnung von Spezialeinsatzkräften der Polizei unter dem Vorwurf des gemeinschaftlichen schweren Raubes festgenommen worden. Der Haftbefehl wurde allerdings wenig später auf Antrag der Staatsanwaltschaft vom Berliner Amtsgericht Tiergarten wieder aufgehoben. Grund: Der dringende Tatverdacht des schweren Raubes gegen den Mann bestätigte sich nach den Ermittlungen nicht.

Quelle: tis/cwo/dpa