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Mittwoch, 10. März 2010

Missbrauchsfälle auch in Sachsen: Polizei wimmelte Opfer ab

Die Opfer des sexuellen Missbrauchs an der hessischen Odenwaldschule haben nicht alle geschwiegen. Vor Jahren schon soll sich eine ehemalige Schülerin der Heppenheimer Polizei offenbart haben. Die reagierte – mit Androhung einer Gegenanzeige. Unterdessen werden auch in Sachsen Fälle sexuellen Missbrauchs bekannt.
Hat die Polizei den Hilferuf ignoriert?

Hat die Polizei den Hilferuf ignoriert?
(Foto: picture-alliance/ dpa)

Die Heppenheimer Polizei soll vor Jahren eine Schülerin der Odenwaldschule abgewimmelt haben, die anrief und von sexuellen Übergriffen berichtete. Dem "Darmstädter Echo" liegen Hinweise darauf vor, dass die Beamten "handfeste Beweise" verlangt hätten. Außerdem hätten sie das Mädchen darauf hingewiesen, dass es mit einer Gegenanzeige wegen falscher Anschuldigung zu rechnen habe. Die heutige Leiterin der Heppenheimer Polizei zeigte sich erschüttert von den Vorwürfen. Ob sie stimmen oder nicht, sei nicht mehr nachvollziehbar, da die Aufbewahrungsfrist für Dienstbücher nach fünf Jahren ende.

Währenddessen gibt es in Sachsen einen ersten Verdachtsfall auf sexuellen Missbrauch in einem Heim für Kinder und Jugendliche. Im Eilenburger Ernst-Schneller-Heim für sogenannte erziehungsauffällige Kinder sollen nach Angaben eines ehemaligen Heimbewohners in den Jahren 1970 bis 1980 täglich sexuelle Übergriffe auf Kinder und Jugendliche erfolgt sein, berichtet die "Leipziger Volkszeitung". Demnach hätten die Opfer mehrmals täglich sexuelle Belästigungen über sich ergehen lassen müssen, etwa nackt zum Duschraum laufen müssen. Dabei seien einzelne Kinder den Angaben zufolge geschlagen und im Intimbereich berührt worden.

Die Caritas hatte das Heim 1994 übernommen. Der heutige Leiter sagte der Leipziger Volkszeitung, er könne die aktuellen Vorwürfe nicht ausschließen. Er habe sich bereit erklärt, für eventuelle Opfer zur Verfügung zu stehen. Auch das Landratsamt Nordsachsen habe Hilfe angeboten.

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Missbrauch verdrängt und geschwiegen
Odenwald-Opfer will unerkannt bleiben
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AFP/dpa

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