Sonntag, 24. August 2008
Haare und Zigarettenstummel: Polizeifunde in Leipzig
Bei der Fahndung nach Michelles Mörder hat die Polizei Haarbüschel und Zigarettenstummel in der Nähe des Leichenfundorts entdeckt. Ob es Haare des achtjährigen Kindes sind, wollte Polizeisprecher Andreas de Parade nicht sagen. Die Spurensicherung habe in dem benachbarten Park auch Zigarettenstummel eingesammelt, die noch untersucht werden. Auch hier teilte die Polizei nicht mit, ob es einen Zusammenhang mit dem Verbrechen gibt. Die Leiche des seit Montag vermissten Mädchens war am Donnerstag in einem Teich in Leipzig gefunden worden. Eine konkrete Spur zum Täter gibt es noch nicht, hieß es weiter.
Die Polizei will noch stärker als bisher verhindern, dass Informationen über das Verbrechen nach außen gelangen. Es sei über Dinge berichtet worden, die eindeutig Täterwissen seien, kritisierte de Parade und kündigte eine Nachrichtensperre an. Damit soll gewährleistet werden, dass die Fahndung nicht erschwert wird.
Die weitere Umgebung des Fundortes im Osten Leipzigs wird nach wie vor durchkämmt. "Es ist eine Suche nach irgendwelchen Gegenständen, die uns auf die Spur des Täters bringen können", sagte der Polizeisprecher. Das sei aber "sehr, sehr schwierig" in diesem Stadtteil mit vielen Brachflächen und entspreche der "Suche nach der berühmten Nadel" im Heuhaufen. Weiter vermisst werden die rosafarbene Jacke und die pinkgemusterte Tasche des Mädchens.
250 Hinweise
Bislang gingen nach Angaben der Ermittler mehr als 250 Hinweise ein. Die Polizei suchte vor allem nach der Sporttasche und der pinkfarbenen Jacke, die das Mädchen bei seinem Verschwinden trug. Noch am Wochenende ließen die Ermittler 5000 neue Fahndungsblätter drucken und verteilen. Die Polizei hat 10.000 Euro Belohnung für Hinweise auf Michelles Mörder ausgesetzt. Der Teich, in dem ein Spaziergänger die Leiche des Mädchens am Donnerstag entdeckt hatte, wurde unterdessen am Freitagabend wieder freigegeben. Michelles Eltern hatten das Kind Montagnachmittag vermisst gemeldet, nachdem es nicht vom Spielen aus dem Ferienhort zurückgekehrt war.
Ein Polizeisprecher hatte am Samstag klargestellt, ein von einer großen Zeitung veröffentlichtes Phantombild sei nicht aktuell von der Sonderkommission Michelle erstellt worden. Vielmehr handle es sich dabei um ein Phantombild aus einem Ermittlungsverfahren gegen Unbekannt, das bereits vor vier Monaten im Zusammenhang mit dem versuchten sexuellen Missbrauch einer Elfjährigen aus Leipzig angefertigt worden sei.
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