Schweinegrippe-Schutz in der KircheProtestanten stippen lieber
Die Schweinegrippe sorgt in einigen evangelischen Kirchengemeinden für Unsicherheit beim Umgang mit dem Abendmahl.
Die Schweinegrippe sorgt in einigen evangelischen Kirchengemeinden für Unsicherheit beim Umgang mit dem Abendmahl. "Wir haben mehrere Anfragen, es gibt aber keine generelle Regelung der Landeskirche", sagte der Oberkirchenrat der Mecklenburgischen Landeskirche in Schwerin, Andreas Flade. Der Pastor der St. Mariengemeinde im Luftkurort Waren an der Müritz, Leif Rother, hat in dem Zusammenhang den Abendmahlsritus geändert. "Das ist erstmal vorsorglich so, wie lange das bleibt, legt der Kirchgemeinderat noch fest", sagte Rother.
So tranken die Gläubigen im Gottesdienst am Sonntag in Waren nicht, wie bisher üblich, nacheinander Traubensaft aus einem Kelch, sondern die Oblate wurde in den Saft getaucht und dem Gläubigen überreicht. Laut Rother wenden bundesweit mehrere Kirchengemeinden jetzt diese Praxis an. Mit dem Sakrament - einer Oblate und einem Schluck Wein oder Traubensaft - erinnern die Christen an das letzte Mahl Jesu mit seinen Jüngern.
"Wir raten nicht zu verstärkter Aufregung und sehen auch keinen Grund zu großer Besorgnis", sagte die Sprecherin der Evangelischen Kirche in Deutschland (EKD), Silke Römhild. Zentrale Anweisungen an die Kirchen gebe es nicht. Auch Römhild verwies auf die Variante, die Oblate in den Kelch zu tunken, ohne selber daraus zu trinken. Außerdem gebe es die Möglichkeit des Einzelkelch-Abendmahls.
Bei der Katholischen Kirche gibt es keine besonderen Schutzmaßnahmen. "Unser Motto lautet: Bewusstseinsbildung, aber keine Panik", betonte der Sprecher der Deutschen Bischofskonferenz, Matthias Kopp. In der katholischen Messe wird der Kelch mit dem Messwein ohnehin nur selten an alle Gemeindemitglieder gereicht.