"Beherzt" Menschen gerettetPutin, der Tigerbändiger
Russlands Ministerpräsident ist ein Mann der Tat. Nun hatte er die Gelegenheit, dies erneut zu beweisen. "Geistesgegenwärtig" habe er ein ein Kamerateam vor einer Tigerin gerettet.
Nun auch noch Tigerbändiger: Der russische Regierungschef Wladimir Putin hat sich seinem Volk nach Auftritten als Angler mit freiem Oberkörper und als Judoka jetzt als Beschützer bedrohter Tierarten präsentiert. "Die Zwei in der Taiga", schwärmte die seriöse Wirtschaftszeitung "Wedomosti" auf ihrer Titelseite über das Bild mit Putin im Tarnanzug, wie er eine betäubte Tigerin streichelt.
"Putin legte einem Tiger das Halsband an", lobte die Boulevardzeitung "Komsolmolskaja Prawda". Russland kennt seit langem einen Personenkult um seinen "nationalen Führer" Putin.
Der Regierungschef reiste trotz der internationalen Debatte um den Kaukasuskonflikt zwischen Russland und Georgien in den Fernen Osten, um sich im Naturschutzgebiet Ussurijsk bei Wladiwostok über das Artenschutzprogramm der Regierung zu informieren.
Putin marschiert durch die Taiga
Beim Marsch durch die Taiga mehr als 6000 Kilometer von Moskau kam es laut der Agentur Interfax zu einem Zwischenfall mit einem Kamerateam des staatlichen Fernsehsenders "Westi". Putin habe durch "geistesgegenwärtiges und beherztes" Eingreifen die Crew vor einem Angriff bewahrt, in dem er die Tigerin mit einem Schuss aus dem Betäubungsgewehr niederstreckte.
Nach der Rettungsaktion habe der frühere Präsident die schlafende Tigerin vermessen, geküsst und ihr zum Abschied zugeflüstert: "Auf Wiedersehen", meldete Interfax. Von dem Ussurijsker Tiger gibt es den Angaben zufolge nur noch 500 Exemplare.
Die Tiere erhalten elektronische Halsbänder, damit sie über Satellitensignale geortet werden können. Putin dankte internationalen Geldgebern für die Unterstützung des Artenschutzprogramms.