Panorama

SchweinegrippeRasante Ausbreitung in den USA

11.05.2009, 06:32 Uhr

Die Verbreitung der Schweinegrippe in den USA ist nicht zu stoppen. Allein am Sonntag seien fast 300 neue Fälle bestätigt worden, teilt das Seuchenkontrollzentrum in Washington mit.

Die sogenannte Schweinegrippe breitet sich in den USA rasant aus: Allein am Sonntag seien knapp 300 neue Fälle bestätigt worden, teilte das US-Seuchenkontrollzentrum CDC in Washington mit. Die Zahl der infizierten Menschen liege mittlerweile bei 2532. Die USA sind nach dem Ursprungsland Mexiko auch das Land mit den meisten Todesfällen. Drei Menschen erlagen dort bisher dem neuen Influenza-Virus A/H1N1. Die meisten Toten stammen mit 56 bestätigten Opfern aus Mexiko. Insgesamt hat die Schweinegrippe nach Angaben der Weltgesundheitsorganisation mehr als 4300 Menschen in 29 Ländern infiziert.

Das Virus wird sich nach Einschätzung von Experten nun vor allem auf der Südhalbkugel ausbreiten, wo mit dem Beginn der kälteren Jahreszeit ohnehin die Zahl der saisonalen Grippeinfektionen wächst. Experten befürchten, dass sich der Erreger H1N1 mit dem Vogelgrippe-Virus H5N1 vermischen und einen neuen Stamm bilden könnte.

Zwölfter Fall in Deutschland

In Deutschland ist der zwölfte Fall von Schweinegrippe bestätigt worden. Eine 27-jährige Frau aus Bayern sei erkrankt, teilte das Robert-Koch-Institut (RKI) in Berlin mit. Die Frau hatte in einem mexikanischen Krankenhaus Patienten mit Atemwegssymptomen behandelt, hieß es. Es müsse mit weiteren Erkrankungen gerechnet werden.

Nach Angaben des RKI führte das Virus bei keinem der Infizierten zu "schweren Verläufen". "Es geht allen soweit gut", sagte eine RKI-Sprecherin. Für die Bevölkerung bestehe nach wie vor keine "allgemeine Gefährdung". Es könne jedoch noch keine Entwarnung gegeben werden.

Bei den meisten deutschen Fällen ist das Virus aus Mexiko eingeschleppt worden. Zwei Deutsche hatten sich in Bayern bei einem Mexiko-Rückkehrer angesteckt. Damit gibt es in Bayern sieben, in Brandenburg und Sachsen-Anhalt jeweils zwei sowie in Hamburg einen bestätigten Fall. Die ersten drei Fälle waren am 29. April bestätigt worden.

130 Chinesen unter Quarantäne

Derweil meldete China seinen ersten Schweinegrippe-Fall. Wie die staatliche Nachrichtenagentur Xinhua unter Berufung auf das Gesundheitsministerium berichtete, wurde bei einem 30-jährigen Mann in Chengdu im Südwesten des Landes eine Infektion mit dem Influenza-Virus A bestätigt. Er war kürzlich aus USA zurückgekommen und mit Fieber in ein Krankenhaus eingeliefert worden. Die Behörden machten dem Bericht zufolge bislang mehr als 130 von insgesamt 150 Passagieren ausfindig, die im gleichen Flugzeug der Northwest Airlines über Tokio gesessen hatten. Sie wurden vorsorglich unter Quarantäne gestellt.

Bereits Anfang Mai war bei einem jungen Mann in Hongkong eine Infektion mit dem Schweinegrippe-Virus bestätigt worden. Die Behörden hatten als Vorsichtsmaßnahme 300 Gäste und Angestellte eines Hotels unter Quarantäne gestellt, in dem sich der Mann kurz aufgehalten hatte.

Quelle: dpa / AFP