Donnerstag, 20. November 2008
Die wirklich wichtige Frage: Raucht Obama noch?
Der künftige US-Präsident Barack Obama hat nie verborgen, dass er lange Zeit ein starker Raucher war. Aber greift er immer noch zum Glimmstängel? Das weiß die Öffentlichkeit nicht. Ein Gastkolumnist zeigte sich nun in der "Washington Post" verärgert darüber, dass bisher kein Journalist den 47-jährigen Wahlsieger gefragt hat, ob er mittlerweile die schlechte Gewohnheit aufgegeben hat. Es herrsche Stillschweigen, beklagt Michael Kinsley - und das in den USA, wo Raucher sonst zu den verfolgten Spezies gehören.
Dabei steht Obama bei seiner Frau Michelle im Wort, wie er einst selbst enthüllte. Um ihre Zustimmung zu seiner Bewerbung um das Amt des Präsidenten zu gewinnen, musste er ihr versprechen, mit dem Rauchen aufzuhören. Aber hat er das auch wirklich getan?
Das Beweisfoto fehlt
Tatsächlich gibt es kein einziges Foto, das ihn mit Zigarette in der Hand zeigt - Kinsley zufolge weniger ein Zeichen dafür, dass er wirklich nicht mehr raucht, sondern ein Hinweis darauf, dass es die Medien weiterhin überaus gut mit ihm meinen und das Thema schlicht nicht mehr anrühren. Im Juni hatte Obama auf Fragen noch eingeräumt, dass ihm das Aufgeben bisher nicht gelungen sei. Einen Monat zuvor, so die Kolumne, hatten Ärzte in einer sorgfältig formulierten Erklärung mitgeteilt, dass Obama derzeit Nikotinkaugummi benutze, und das mit Erfolg.
Und nun? Kinsley wäre bereit, ihm zu vergeben, wenn er es nicht geschafft hätte: "Na und, dann ist er halt kein Superman." Und er gibt zu bedenken, dass ein verzweifelt nach einer Zigarette hungernder oder wiederholt von Entzugserscheinungen gequälter Präsident vielleicht auch gar nicht so gut für das Land wäre. Obamas eiserne Ruhe sei ein Gewinn fürs Land, schreibt Kinsley. "Wenn er ab und zu eine Zigarette braucht, dann gebt ihm einen Aschenbecher, bietet ihm Feuer an und schaut weg."
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