Donnerstag, 12. März 2009
Studie zu Amokläufern: Risikomerkmale bei allen Taten
Bei allen sieben Amokläufen in Deutschland zwischen 1999 und 2006 hat es bei den Tätern deutliche Risikomerkmale gegeben. Zu diesem Ergebnis kommt eine Studie der Technischen Universität Darmstadt (TU), die im April in der Zeitschrift "Kriminalistik" veröffentlicht wird, wie die Hochschule mitteilte.
Als Risikoindikatoren bezeichnete der Leiter der Studie, Jens Hoffmann, Suizid-Äußerungen oder die Erstellung von Todeslisten. "Alle Täter kündigten an, eine Waffe mit in die Schule zu bringen oder zeigten diese vorher sogar anderen Schülern. Ebenso sprachen nahezu alle Jugendlichen über ihre Racheabsicht oder gaben sogar bekannt, einen Amoklauf begehen zu wollen", sagte Hoffmann.
Bei allen Tätern habe es im Vorfeld der Gewalttat Kränkungen, soziale Brüche oder Verlusterfahrungen gegeben. Zudem seien in allen Fällen schulische Konflikte erkennbar gewesen. Fast alle hätten sehr empfindlich darauf reagiert. Die Mehrzahl der jungen Täter im Alter zwischen 14 und 22 Jahren wurde von ihrem Umfeld als Einzelgänger wahrgenommen. Vor der Tat isolierten sich die meisten immer mehr.
Vier der sieben Täter waren Schüler der betroffenen Schule, drei waren Ehemalige. Vier der Täter brachten sich direkt nach der Tat selbst um. Alle waren männlich und deutsche Staatsbürger. Außerdem war den Amokläufern nach der Studie gemein, dass sie sich für Gewaltdarstellungen in Medien interessiert. Vier hätten für die Tat eindeutig ein konkretes Vorbild aus den Medien gehabt.
Die Studie wurde von Jens Hoffmann und Karoline Roshdi von der Arbeitsstelle für Forensische Psychologie der TU Darmstadt in Zusammenarbeit mit Frank Robertz vom Institut für Gewaltprävention und angewandte Kriminologie Berlin durchgeführt, berichtete die TU.
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