Panorama

Hitzewelle soll anhaltenRussland meldet 850 Brände

05.08.2010, 10:11 Uhr
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Gefährlicher Knochenjob: Ein russischer Feuerwehrmann bei der Arbeit. (Foto: dpa)

Die verheerenden Brände in Russland wollen einfach nicht enden. Die Meteorologen gehen davon aus, dass sich auch die Wetterlage nicht verbessert. 170.000 Feuerwehrleute sind derzeit im Einsatz. Moskau kann derweil vorerst wieder frische Luft atmen.

Hunderttausende Rettungskräfte kämpfen in Russland weiter gegen die gewaltige Feuersbrunst. Derzeit seien landesweit etwa 850 Wald- und Torfbrände registriert, teilte das Zivilschutzministerium in Moskau nach Angaben der Agentur Interfax mit. In Togliatti an der Wolga brachten die Behörden zwischenzeitlich 1700 Menschen wegen dichten Qualms in Sicherheit. Ein Park war in Brand geraten.

In Moskau verzog sich vorerst der von den Torfbränden rund um die Millionenmetropole. Die Zahl der Toten stieg nach offiziellen Angaben von 48 auf 50. Hilfsorganisationen gehen jedoch davon aus, dass es weit mehr Opfer gibt. Hunderte wurden verletzt, Tausende sind obdachlos. Im Auftrag des Katastrophenschutzministeriums kämpfen landesweit derzeit 170.000 Feuerwehrleute gegen die Brandherde. Eine Fläche von gut 188.500 Hektar steht in Flammen.

Radioaktive Materialien evakuiert

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Ministerpräsident Putin besuchte das Waldbrand-Gebiet. (Foto: REUTERS)

Das atomare Forschungszentrum in Sarow rund 400 Kilometer östlich von Moskau war weiterhin vom Feuer bedroht. In der Nacht hätten zahlreiche Helfer ein Vordringen der Flammen verhindert, sagte ein Experte des Zivilschutzministeriums. Aus der Anlage wurden aus Sicherheitsgründen alle radioaktiven Materialien abtransportiert.

Die Moskauer freuten sich unterdessen über blauen Himmel. Da jedoch die Feuer in der Umgebung noch immer schwelen, schließen Meteorologen nicht aus, dass die Hauptstadt erneut unter einer Qualmglocke versinken könnte. Der Betrieb auf den drei internationalen Moskauer Flughäfen lief anders als am Vortag problemlos.

Schulferien werden wohl verlängert

Für die Schulen in Russland müssen womöglich die Sommerferien verlängert werden. "Wenn sich die Lage nicht bessert, werden wir einige Maßnahmen empfehlen, damit der Schuljahresbeginn verschoben wird", sagte der Chef der Sanitätsdienste, Gennadi Onischtschenko. In Russland beginnt das neue Schuljahr traditionell am 1. September.

Wie schon in den vergangenen Wochen erreichte das Thermometer bereits vormittags die 30-Grad-Marke. Die Hitzewelle soll auch in den kommenden Tagen mit Temperaturen um 40 Grad andauern. Bundeskanzlerin Angela Merkel bot Kremlchef Dmitri Medwedew in einem Telefonat Hilfe bei der Bekämpfung der Waldbrände an. Medwedew habe sich für "dieses Zeichen der Solidarität" bedankt und die Prüfung des deutschen Hilfsangebots zugesagt, teilte die Bundesregierung mit. Italien stellte zwei spezielle Löschflugzeuge zur Verfügung.

Quelle: AFP/dpa