Panorama

Rund 173.000 registrierter FälleSchweinegrippe weiter akut

03.12.2009, 16:12 Uhr

Die Zahl der Infektionen in Deutschland hat sich in der vergangenen Woche zwar verringert, bleibt aber auf hohem Niveau. Mehr als 60 Menschen starben bislang im Zusammenhang mit der Schweinegrippe. Derweil hat sich erstmals ein Schwein mit dem Virus infiziert.

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Vorsichtsmaßnahmen herrschen vor allem in Kliniken. (Foto: picture-alliance/ dpa)

Ob der Höhepunkt der aktuellen Grippewelle bereits überschritten sei, könne erst im Verlauf der nächsten Wochen bewertet werden, teilte die Arbeitsgemeinschaft Influenza des Robert Koch-Instituts in Berlin mit.

Dem Institut seien vom 21. bis 27. November 23.513 Schweinegrippe-Fälle gemeldet worden. Die Zahl der Fälle, die dem Institut bekannt sind, liegt damit bei insgesamt 172 627. Es wird jedoch schon lange nicht mehr jeder Fall registriert. Mehr als 60 Menschen starben im Zusammenhang mit der Schweinegrippe.

In Europa meldeten laut Institut 13 Länder steigende Erkrankungszahlen, darunter auch Frankreich und Polen. Schweden habe weiterhin eine sehr hohe Grippe-Intensität. In 8 Ländern gab es weniger neue Infektionen, darunter waren die Niederlande und Belgien. Auch in den meisten Bundesstaaten der USA gingen die Schweinegrippe- Erkrankungen zurück. Auffällig seien dort jedoch die vielen Todesfälle von Kindern. Ihre Zahl liege deutlich höher als bei vergangenen Grippewellen.

Gute Nachricht für Schwangere

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Nach der Auslieferung des Impfstoffes können sich jetzt bundesweit Menschen gegen das H1N1-Virus immunisieren lassen. (Foto: picture-alliance/ dpa)

Der gängige Impfstoff gegen Schweinegrippe birgt nach Auskunft des zuständigen Bundesinstituts "keine unmittelbar erkennbare Gefährdung" für Schwangere. Schwangere sollten sich aber vor einer Impfung mit Pandemrix vom Arzt beraten zu lassen, empfahl das Paul-Ehrlich-Institut (PEI) in Langen. Es müsse klar sein, dass der Nutzen einer Impfung deren theoretisch möglichen Risiken überwiegt. Das PEI räumte jedoch ein, dass klinische Studien für eine Unbedenklichkeitsbescheinigung des neuartigen Impfstoffes noch fehlten. Tests an trächtigen Kaninchen und Ratten sowie Analysen der Pandemrix-Bestandteile hätten aber keinen Anlass zur Sorge gegeben.

Die Gesundheitskonferenz der Länder bemüht sich derzeit um einen Impfstoff speziell für Schwangere. Er kommt ohne Wirkstoffverstärker aus und soll bisherigen Planungen zufolge Mitte Dezember bereit stehen. Eine Sprecherin des PEI wollte nicht bewerten, welcher Stoff sich besser für werdende Mütter eignet. "Wir stellen lediglich fest, dass es dann zwei Möglichkeiten der Impfung geben wird."

Erstes Schwein mit Schweinegrippe

Erstmals wurde ein Fall von Schweinegrippe bei einem Hausschwein bekannt. Das Landesuntersuchungsamt Rheinland-Pfalz habe das H1N1-Virus bei dem Tier nachgewiesen, teilte das Gesundheitsministerium in Mainz mit. Es bestehe kein Grund zur Aufregung, betonte Ministerin Margit Conrad.

Ein Befund bei Schweinen sei über kurz oder lang zu erwarten gewesen. Vermutlich sei das Tier von einem Menschen angesteckt worden. Diese Virusinfektion sei nicht meldepflichtig. Menschen können sich nicht durch Schweinefleisch- Produkte infizieren.

Quelle: dsi/dpa/rts