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Montag, 30. Januar 2017

Premier spricht von "Terroranschlag": Sechs Tote bei Schießerei in Moschee

Die Männer einer muslimischen Gemeinde in Quebec sind gerade beim Abendgebet, als mindestens zwei Männer in die Moschee eindringen und das Feuer eröffnen. Premierminister Justin Trudeau spricht von einem "terroristischen Anschlag gegen Moslems".

Die tödlichen Schüsse in einer Moschee in der kanadischen Stadt Quebec haben nach Angaben der Regierung einen terroristischen Hintergrund. Ministerpräsident Justin Trudeau sprach von einem "terroristischen Anschlag gegen Moslems".

Nach Angaben des Moschee-Vorsitzenden hatten dort bewaffnete Täter während des Abendgebets am Sonntag das Feuer eröffnet und sechs Menschen getötet. "Wir verurteilen diesen terroristischen Anschlag auf Moslems in einem Zentrum des Gebetes und der Zuflucht", erklärte Trudeau. Die Opfer seien zwischen 35 und 70 Jahre alt, sagte Polizeisprecherin Christine Coulombe. Acht weitere Personen wurden verletzt. Nach Angaben der Zeitung "Le Soleil" war einer der der Festgenommenen mit einem Kalaschnikow-Sturmgewehr bewaffnet.

"Die Lage ist unter Kontrolle", sagte Polizeisprecher David Poitras, nachdem die Sicherheitskräfte mit einem Großaufgebot angerückt waren. "Die Umgebung wurde gesichert, und wir haben alle Gebäude evakuiert."

Angreifer riefen "Allahu Akbar"

Radio Canada zufolge hielten sich zum Tatzeitpunkt gegen 20 Uhr (Ortszeit) Dutzende Menschen in der Moschee im Viertel Sainte-Foy auf. Ein Augenzeuge sagte dem Sender, zwei maskierte Männer hätten das Gebäude gestürmt, das Feuer auf die Betenden eröffnet und dabei "Allahu Akbar" gerufen. Auch mehrere Kinder hätten den Angriff miterlebt.

"Es ist entsetzlich", sagte der Moschee-Vorsitzende Mohammed Yangui. "Diese Menschen kommen jeden Tag friedlich zum Beten, aber jetzt werden einige von ihnen nie wieder vom Gebet nach Hause zurückkehren. Ich bin schockiert, mir fehlen die Worte, um zu beschreiben, was ich fühle." Yangui wies darauf hin, dass seine Moschee in der Vergangenheit schon mehrfach Ziel von Angriffen gewesen sei. Im Juni wurde etwa ein abgetrennter Schweinekopf im Eingangsbereich der Moschee abgelegt.

"Es ist herzzerreißend, solch sinnlose Gewalt zu sehen", erklärte Premier Trudeau in seiner Stellungnahme. Vielfalt und religiöse Toleranz seien eine Stärke Kanadas. "Muslimische Kanadier sind ein wichtiger Teil unserer nationalen Identität (...)." Auch der Premierminister der Provinz Quebec, Philippe Couillard, rief nach der Bluttat zum geschlossenen Einsatz gegen jegliche Gewalt und zur Solidarität mit Muslimen auf.

Quelle: n-tv.de

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