Spanische MärtyrerSeeligsprechung im Vatikan
In einer beispiellosen Massen-Seligsprechung hat die katholische Kirche 498 spanische Geistliche als Märtyrer selig gesprochen.
In einer beispiellosen Massen-Seligsprechung hat die katholische Kirche 498 spanische Geistliche als Märtyrer selig gesprochen. Die feierliche Zeremonie wurde bei strahlendem Sonnenschein vom Präfekten der Kongregation für Selig- und Heiligsprechungen - dem portugiesischen Kardinal Jos Saraiva Martins - geleitet. Bei den neuen Seligen handelt es sich um Märtyrer des spanischen Bürgerkriegs (1936-1939), die von linken Milizen getötet wurden. Dazu gehören 2 Bischöfe und 24 Priester sowie zahlreiche Mönche und Nonnen.
Die Massen-Seligsprechung war die zahlenmäßig größte in der Kirchengeschichte. Über 40.000 Menschen waren dazu auf den weiten Platz vor dem Petersdom geströmt. Papst Benedikt XVI. war bei der Feier ebenfalls anwesend. Die Erhebung der Bürgerkriegsmärtyrer in den Stand der Seligen war in Spanien teils heftig umstritten, besonders bei den regierenden Sozialisten (PSOE) von Ministerpräsident Jos Luis Rodrguez Zapatero.
Kardinal Saraiva Martins versuchte die Gemüter zu beruhigen und betonte, bei den Seligsprechungen gehe es nicht um Werte, die alle Menschen gemein haben, "sondern um eine persönliche Unterstützung für Christus, den Retter des Kosmos und der Geschichte". Der Märtyrertod sei "das Paradigma dieser Wahrheit".
Die katholische Kirche hatte 1936 die Erhebung des späteren Diktators Francisco Franco gegen die republikanische Regierung unterstützt. Dies wiederum löste auf Seiten der Republikaner eine Serie von antiklerikalen Gewalttaten aus. Kirchen und Klöster wurden geplündert und in Brand gesetzt, zahlreiche Geistliche wurden erschossen. Franco ließ später zehntausende Anhänger der Republik umbringen und errichtete - mit Billigung der spanischen Kirchenführung - eine Diktatur, die bis zum Tod des "Generalsimo" im Jahr 1975 bestehen blieb.
Nach der Zeremonie betonte der Papst beim Angelus-Gebet, bei den neuen Seligen handele es sich um "Männer und Frauen unterschiedlichen Alters und unterschiedlicher Berufung, die ihre Treue zu Christus und seiner Kirche mit dem Leben bezahlten".