Panorama

17 Tonnen Gold und SilberSpanien fordert Schatz zurück

18.02.2012, 10:23 Uhr

Es ist der wertvollste Schatz, der jemals an Bord eines Wracks gefunden wurde. 380 Millionen Euro sind die Gold- und Silbermünzen wert, die kommerzielle US-Schatzsucher in einem 1804 versunkenen Kriegsschiff fanden. Nun müssen sie den Schatz allerdings zurückgeben.

Es war ein fantastischer Schatz, den die US-Firma Odyssey an Bord eines im 19. Jahrhundert versunkenen spanischen Kriegsschiffes fand. Jetzt muss das Unternehmen die mehr als 500.000 Silbermünzen und hunderte Goldstücke an Spanien zurückgeben. Ein Bundesrichter in Tampa im US-Bundesstaat Florida verdonnerte den kommerziellen Schatzsucher dazu, den Schatz kommende Woche nach Spanien zurückzubringen. Die Forderung von Odyssey, die spanische Regierung solle mindestens die Lagerkosten für den Schatz - umgerechnet knapp 315.000 Euro - erstatten, wies das Gericht zurück.

Odyssey hatte das Wrack der 1804 vor Portugal versenkten "Nuestra Señora de las Mercedes" im Mai 2007 geortet und den insgesamt 17 Tonnen schweren Schatz nach Florida gebracht, ohne Spanien zu informieren. Das Unternehmen argumentierte, das Wrack habe sich in internationalen Gewässern befunden. Spanien dagegen beharrte darauf, Anspruch auf den Schatz zu haben, weil er sich an Bord eines spanischen Kriegsschiffes befunden habe.

Künftig auf Ebay versteigern?

Es folgte ein jahrelanger Rechtsstreit - verständlich angesichts des geschätzten Wertes von umgerechnet 380 Millionen Euro, der den Schatz zum wertvollsten jemals an Bord eines Wracks gefundenen macht. Vergangene Woche hatte es der Oberste Gerichtshof der USA abgelehnt, das Urteil eines Gerichts niedrigerer Instanz zu kassieren, das den Schatz Spanien zusprach. Das Bundesgericht in Tampa musste nun entscheiden, wann der Schatz nach Spanien zurückgebracht werden muss.

Odyssey reagierte enttäuscht auf die Entscheidung. Die Firma erklärte, Spanien habe sich mit dem Justizerfolg keinen Gefallen getan. "Spanien war in diesem Fall sehr kurzsichtig", erklärte Vizepräsidentin Melinda MacConnel. "Künftig wird niemand mehr Anreize haben, Unterwasserfunde anzugeben. Jeder Fund, auf den Spanien Anspruch erheben könnte, wird versteckt werden, oder schlimmer noch: eingeschmolzen oder auf Ebay verkauft."

Quelle: AFP