Interpol sucht Porno-Killer von MontrealSpur führt zum Ku-Klux-Klan
Die Fahndung nach dem mutmaßlichen Mörder von Montreal bringt immer bizzarere Details über den Verdächtigen ans Licht. Der Pornodarsteller, der einen chinesischen Studenten getötet und zerstückelt haben soll, hat angeblich Kontakte zu einer rassistischen Internetseite. Ein Reporter berichtet zudem von einem makabren Video.
Nach dem grausigen Mord in Kanada, wo ein 32-jähriger chinesischer Student in Stücke geschnitten wurde, sind weitere Einzelheiten zu dem mutmaßlichen Täter bekannt geworden. Der 29-jährige Luka Rocco Magnotta, nach dem weltweit gefahndet wird, unterhielt Kontakte zu der rassistischen Webseite stormfront.org. Die weltweite Fahndung nach Magnotta verlief zunächst erfolglos.
Der Stormfront-Betreiber Don Black, eine frühere Führungsfigur des Ku-Klux-Klans, veröffentlichte Nachrichten Magnottas aus dem Mai 2011, in denen dieser eine Abschottung Nordamerikas gegen Einwanderung propagierte. Der Reporter Alex West des britischen Boulevardblattes "The Sun" schilderte eine Begegnung mit Magnotta vor sechs Monaten. "Ich habe ihm in die Augen gesehen - und das, was ich sah, mochte ich nicht", sagte West.
Der Reporter recherchierte Hintergründe zu einem Video, auf dem zu sehen war, wie eine kleine Katze einer Schlange zum Fraß vorgeworfen wurde. Zwei Tage später erhielt die Zeitung eine Mail, in der es hieß, das nächste Video werde sich nicht "nur um Katzen drehen, sondern auch ein paar Menschen enthalten". Ferner hieß es dort: "Wer einmal getötet und Blut geleckt hat, kann nicht mehr aufhören."
Magnotta ist auch unter den Pseudonymen Eric Clinton Newman und Vladimir Romanov bekannt. Auf verschiedenen Internetseiten wird er als gescheiterter Porno-Darsteller beschrieben, er soll außerdem auf den Strich gegangen sein. In einigen kanadischen Medien-Berichten gilt es als ausgemacht, dass zwischen Magnotta und dem chinesischen Studenten eine sexuelle Beziehung bestanden hat. Die kanadische Polizei warnte davor, alle im Internet kursierenden Informationen über Magnotta für bare Münze zu nehmen.
In Ottawa war am Dienstag ein verwesender Fuß in einem Paket bei der konservativen Regierungspartei eingegangen. Ein weiteres Paket mit einer abgetrennten Hand sollte an die liberale Partei gehen, wurde aber in einem Postamt abgefangen. Beide Pakete wurden in Montréal aufgegeben. Die Körperteile gehörten zu der Leiche des chinesischen Studenten, die ohne Kopf in Montréal gefunden wurde. Magnotta steht im Verdacht, ihn in der Nacht zum 25. Mai ermordet zu haben.
Der Sprecher der Polizei in Montréal, Ian Lafrenière, sagte, Magnotta trage bisweilen Perücken und verkleide sich als Frau. Nach der Mordtat sei er möglicherweise nach Europa gereist, dann aber wieder nach Kanada zurückgekehrt. Die Transsexuelle Nina Arsenault, die nach eigenen Angaben früher eine Beziehung zu Magnotta unterhielt, beschrieb ihn im Fernsehen als "lügnerisch" und "manipulativ".