Weltkulturerbe in WeimarStaat gibt Millionen für Sanierung
Für die Sanierung von UNESCO-Welterbestätten hat Weimar weitere 6,5 Millionen Euro vom Bund erhalten.
Für die Sanierung von UNESCO-Welterbestätten hat Weimar weitere 6,5 Millionen Euro vom Bund erhalten. Weimar sei mit zwei Welterbestätten, der deutschen Klassik und dem Bauhaus, ein herausragender Ort, sagte Bundesbauminister Wolfgang Tiefensee bei der Übergabe des symbolischen Schecks. Beide Epochen hätten die Thüringer Stadt geprägt und ihre Zeugnisse lockten Besucher aus aller Welt an. Mit den Investitionsmitteln wolle der Bund dazu beitragen, das Erbe für künftige Generationen zu bewahren.
90 Jahre BauhausIn Deutschland gebe es insgesamt 33 Welterbestätten, davon 11 in Ostdeutschland. "Die Denkmäler sind für die Kommunen und die Länder nicht nur eine große Verantwortung, sondern auch eine zusätzliche Last", sagte der Minister. Deshalb unterstütze der Bund von 2009 bis 2013 Sanierungs- und Restaurierungsarbeiten mit insgesamt 150 Millionen Euro.
Herder, der bekannte Unbekannte
Das Gros der Bundesgelder für Weimar ist mit 5,4 Millionen Euro für das Ensemble Herderkirche, Wilhelm-Ernst-Gymnasium und Herderplatz in der Innenstadt bestimmt. Das Areal mit der einstigen Wirkungsstätte des Dichters, Philosophen und Theologen Johann Gottfried Herder (1744-1803) wird von der Stadt und der Kirchengemeinde verwaltet. Im Gegensatz zu den Dichterhäusern von Goethe und Schiller, die in der Obhut der Klassik Stiftung Weimar sind, müssen die Kirche und das Schulgebäude restauriert und saniert werden. Herder, der viele Jahre Superintendent in der Kirche St. Peter und Paul war, gilt als der "bekannteste Unbekannte" des klassischen Vierergestirns in Weimar, zu dem noch Wieland gehörte.
1,2 Millionen Euro gehen an das Schloss Belvedere mit Park und Orangerie. Das Haus Am Horn, erstes bauliches Zeugnis des 1919 gegründeten Bauhauses, kann mit 43.000 Euro rechnen. Für ein Informations- und Leitsystem durch die Welterbestätten in der Klassikerstadt sind 80.000 Euro vorgesehen. 30.000 Euro gibt es für die Erarbeitung einer denkmalpflegerischen Rahmenkonzeption für den historischen Friedhof in Weimar, auf dem unter anderen Goethe seine letzte Ruhe gefunden hat.
Am Montag hatte Tiefensee 1,9 Millionen Euro für die Sicherung der Wehr- und Stützmauern der fast 950 Jahre alten Wartburg in Eisenach übergeben. Das Land Thüringen gibt für Projekte in Eisenach und Weimar 3,1 Millionen Euro dazu.