Flüchtiger Rentner hat WaffenversteckStarker Polizeischutz in Biel
Bargeld, Waffen und Munition: Der Rentner, der im Schweizer Biel einen Polizisten niedergeschossen hat, war in seinem Haus offenbar auf Auseinandersetzungen mit der Polizei vorbereitet. Die Stadt lässt öffentliche Gebäude bewachen. Der Mann ist weiter auf der Flucht. Er versteckt sich möglicherweise in einem selbstgebauten Bunker.
Der seit Mittwoch vergangener Woche flüchtige Rentner aus der Schweizer Stadt Biel macht den Behörden Angst. Öffentliche Gebäude in der Stadt wurden aus Angst vor einem Überfall des Bewaffneten bewacht. Er hat bereits einen Polizeibeamten schwer verletzt. Seitdem ist er auf der Flucht. Der Mann hatte sich in seinem Haus nahe dem Stadtzentrum verschanzt, weil er sich gegen eine Zwangsversteigerung wehrt. Zudem sollte der 67 Jahre alte Mathematiker psychiatrisch untersucht werden.
Die Vorsicht scheint Experten angebracht. Ende September 2001 drang ein Amokschütze in das Gebäude des Kantonsparlaments in Zug ein und tötete 14 Menschen. Auch er hatte jahrelange Auseinandersetzungen mit den Behörden.
Um ihre Vorsicht zu untermauern, berichtete die Polizei von beunruhigenden Funden im Haus des Gesuchten. So wurden neben großen Mengen an Bargeld auch Waffen und Munition sichergestellt. Darunter befand sich auch eine Armbrust mit Pfeilen. Die Beamten entdeckten zudem in einem Wandschrank eine verborgene Tür. Dahinter gab es Platz für ein Waffenversteck. Die Polizei geht davon aus, dass er noch mehr Waffen besitzt und vermutlich auch bei sich hat.
Suche nach möglichem Bunker
Die Polizei ließ im Raum Biel Flugblätter abwerfen, die der Mann in seinem möglichen Versteck vielleicht finden könnte. Darin ruft ihn ein Cousin auf, keine weitere Gewalt anzuwenden und bietet an, ihm helfen zu wollen. Ausgeschlossen wird nach Medienberichten aber auch nicht, dass sich der Rentner bereits umgebracht hat oder in einem selbst gebauten Bunker ausharrt. Beim Haus des Mannes wird mit entsprechendem Gerät nach solchen Bauwerken gesucht.
Der 67-jährige ist inzwischen bereits ein Star auf dem Internetportal Facebook. Dutzende von Anhängern raten ihm, auszuharren und loben seinen Kampf mit den Behörden. Bieler Politiker haben in diesem Zusammenhang empört darauf verwiesen, dass der Rentner ein Krimineller sei, der auf Polizisten geschossen habe.
Nach bisherigen Erkenntnissen der Justiz hatte der Täter seine Auseinandersetzung mit der Polizei offenbar genau geplant. Er habe sogar die Tage bis zu seinem möglichen Tod penibel aufgelistet, erklärten die Behörden.