Panorama

Schwangere mit SchweinegrippeSterberisiko erhöht

29.07.2009, 13:50 Uhr
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Ein Drittel der an Schweinegrippe erkrankten Schwangeren in den USA musste wegen eines schweren Krankheitsverlaufs stationär behandelt werden. (Foto: picture-alliance/ ZB)

In der Schwangerschaft schrumpft das Lungenvolumen und der Hormonhaushalt ändert sich. Schwangere sind daher für bestimmte Viren besonders anfällig.

Schwangere sind nach einer neuen Studie bei einer Erkrankung an der Schweinegrippe in besonders hohem Maße gefährdet. Das Risiko eines Krankheitsverlaufs mit Komplikationen sei bei Schwangeren vervierfacht, berichten Wissenschaftler des Zentrums für Krankheitskontrolle und Prävention (CDC) vorab aus einer im August im Fachmagazin "Lancet" erscheinenden Studie. Den Angaben zufolge ist bei Schwangeren im Falle einer Infektion mit der Schweine- oder auch der normalen Grippe auch das Sterberisiko erhöht.

Für die Studie analysierten die Forscher die Daten von 34 an Schweinegrippe erkrankten Schwangeren in den USA. Von diesen musste etwa ein Drittel wegen eines schweren Verlaufs im Krankenhaus behandelt werden. Bei anderen Erkrankten lag diese Rate mit etwa acht Prozent deutlich niedriger. In den ersten zwei Monaten nach Ausbruch der Epidemie in den USA starben den Angaben zufolge sechs Schwangere an der Schweinegrippe. Sie alle mussten vor ihrem Tod wegen Atemproblemen künstlich mit Sauerstoff versorgt werden und erkrankten an Lungenentzündung.

Behandlung bei den ersten Anzeichen

Die Forscher vermuten, dass das erhöhte Risiko in der Schwangerschaft durch die körperlichen und hormonellen Veränderungen bedingt ist, die das Herz-Lungen-System und die Immunabwehr beeinflussen. Unter anderem nehme durch den wachsenden Bauch das Lungenvolumen ab, sagte Denise Jamieson, führende Autorin der Studie. Die Veränderungen machten die Frauen anfälliger für bestimmte Viren.

Die CDC-Experten forderten angesichts der erhöhten Risiken bevorzugte Impfungen für Schwangere. Schwangere müssten zudem bei den ersten Anzeichen einer Infektion mit dem Schweinegrippe-Virus A (H1N1) mit antiviralen Medikamenten behandelt werden, sagte Jamieson. Mehrere Pharmaunternehmen weltweit arbeiten derzeit fieberhaft an der Entwicklung eines Impfstoffs, dieser dürfte jedoch frühesten im Herbst verfügbar sein.

Quelle: AFP