Aufräumarbeiten in FukushimaStilllegung dauert 40 Jahre
Seit dem Unglück vom 11. März arbeiten in Fukushima Experten daran, die Atomanlage unter Kontrolle zu bekommen. Doch bis zur kompletten Abschaltung werden noch Jahrzehnte vergehen.
Bis zur endgültigen Stilllegung des werden nach Einschätzung der Regierung in Tokio bis zu vier Jahrzehnte vergehen. Als nächster Schritt im Zuge der Aufräumarbeiten nach dem Unglück vom 11. März sei nun die Entfernung von Brennmaterial aus der Anlage geplant, teilte die Regierung mit.
Dies solle innerhalb der nächsten zwei Jahre über die Bühne gehen. Bis zur Stilllegung würden 30 bis 40 Jahre vergehen. Dies heiße aber nicht, dass die Menschen aus der Umgebung so lange nicht in ihre Häuser zurückkehren könnten, sagte Handelsminister Yukio Edano.
Etwa 80.000 Menschen mussten im Umkreis von 20 Kilometern wegen der hohen Strahlenbelastung ihre Wohnungen und Häuser verlassen. Die ersten von ihnen können im Frühjahr wieder zurückkehren.
Zustand der Kaltabschaltung?
Die Regierung hatte vor Kurzem erklärt, im Kraftwerk sei mittlerweile der erreicht. Damit könnten die Aufräumarbeiten in eine neue Phase eintreten. Ein Erdbeben und Tsunami hatten im Frühjahr die Atomkatastrophe ausgelöst. Die Kosten für die Aufräumarbeiten bezifferte der Minister nicht. Eine Schätzung zum derzeitigen Zeitpunkt sei kaum möglich, sagte er.
Tepco droht Verstaatlichung
Die Atomkatastrophe hat auch den Betreiber Tepco an den Rand des Kollapses gebracht. Einem Zeitungsbericht zufolge plant die Regierung die Teilverstaatlichung des Unternehmens. Sie will bis zu zwei Drittel an Tepco übernehmen, berichtete die Zeitung "Yomiuri". Der Staat wolle eine Billion Yen (12,7 Milliarden Dollar) in das Unternehmen einbringen. Außerdem würden Banken gebeten, dieselbe Summe an Krediten zur Verfügung zu stellen. Das Blatt berief sich dabei auf Personen, die mit der Angelegenheit vertraut seien. Eine Tepco-Sprecherin sagte, der Bericht entspreche nicht den Tatsachen.
Der Zeitung zufolge sollen die konkreten Verhandlungen im nächsten Jahr beginnen und bis März abgeschlossen sein. Eine Verstaatlichung des Unternehmens war seit dem Unglück im Atomkraftwerk Fukushima immer wieder im Gespräch gewesen. Tepco sieht sich mit hohen Entschädigungszahlungen und Kosten für die Dekontaminierung verstrahlter Gebiete konfrontiert.