Panorama

Erdbeben-Unglück in der TürkeiSuche nach Vermissten beendet

13.11.2011, 14:06 Uhr
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30 Opfer konnten die Rettungsmannschaften lebend bergen. (Foto: AP)

Nach dem neuerlichen Erdbeben in der Türkei haben Rettungskräfte insgesamt 39 Leichen geborgen. Auch in einem zweiten eingestürzten Hotel wurde die Suche nach Überlebenden beendet. Unterdessen wächst die Wut über die Behörden.

Vier Tage nach dem neuerlichen Erdbeben in der Osttürkei haben Rettungskräfte die Suche nach Überlebenden auch in einem zweiten eingestürzten Hotel eingestellt. Die Zahl der geborgenen Toten stieg unterdessen auf 39, berichtete die türkische Nachrichtenagentur Anadolu unter Berufung auf die Behörden. Ministerpräsident Recep Tayyip Erdogan gab zu, seine Regierung habe es nicht geschafft, den Opfern der Katastrophe ausreichend Hilfe zukommen zu lassen: "Das ist wahr."

Seit dem Erdbeben der Stärke 5,6 vom Mittwoch konnten die Suchtrupps in der Stadt Van 30 Überlebende unter dem Schutt der zwei zertrümmerten Hotels Bayram und Aslan retten. Die Hilfskräfte erklärten, die Rettungsarbeiten im Schutt des Hotel Bayram seien beendet, wie schon zwei Tage zuvor in den Trümmern des Aslan.

In der Öffentlichkeit nahm die Wut auf die Regierung zu. Nach dem verheerenden Erdbeben der Stärke 7,2 am 23. Oktober sollen Gäste in den zwei Hotels empfangen worden sein, obwohl die Gebäude beschädigt waren. Innenminister Beshir Atalay wies die rund 500.000 Einwohner von Van nun an, erst in ihre Häuser zurückzukehren, wenn die Experten mit ihren Untersuchungen fertig seien.

Erdogan räumt Versäumnisse ein

Unter den zuletzt geborgenen Toten sind auch zwei Journalisten der türkischen Nachrichtenagentur Dogan. Sie waren wie andere Kollegen im Hotel Bayram untergebracht, um über die Folgen des Oktober-Bebens zu berichten. Bei seiner Ansprache in Ercis nordwestlich von Van versuchte Erdogan, Versäumnisse zu entschuldigen. "Es ist nicht einfach, wenn plötzlich eine gigantische Katastrophe passiert. Es ist nicht möglich, alle Probleme auf einmal zu lösen."

Tausende Menschen haben die Stadt Van inzwischen verlassen und wohnen seitdem bei Angehörigen oder Freunden. Hunderte Bürger baten die Behörden um weitere Zelte. Teilweise kam es zu Auseinandersetzungen mit der Polizei, weil sie die Einwohner nicht in das lokale Krisenzentrum lassen wollten. Indes machte den Einsatzkräften das winterliche Wetter und starker Schneefall zu schaffen.

Quelle: dpa