Montag, 23. November 2009
Karatelehrer erhängt sich: Suizid in der U-Haft
Erneut hat sich in Berlin ein Untersuchungshäftling das Leben genommen. Das bestätigte Justizsprecher Bernhard Schodrowski. Es ist der dritte Suizid eines Berliner Untersuchungshäftlings in wenigen Wochen und der neunte in diesem Jahr.
Es handelt sich bei dem Mann um einen 45 Jahre alten Kampfsportlehrer, der im Mai in Berlin seine Freundin tot geprügelt haben soll. Seit vergangener Woche wird ihm im Kriminalgericht Moabit der Prozess gemacht; für Montag war der zweite Prozesstag angesetzt.
Der 45-Jährige hat sich im Gefängnis in Moabit erhängt. Zu Prozessbeginn am vergangenen Mittwoch hatte er geschwiegen. Vor Gericht wurde aber das Protokoll einer früheren Vernehmung verlesen. Darin gab der Inhaber einer Kampfsportschule zu, mit einem Kampfstock auf seine 24-jährige Lebensgefährtin eingeprügelt zu haben. Er habe sie aber nicht töten wollen. Die Frau lag mehrere Tage tot in dem Sportstudio, bis ein Kampfsportschüler die Polizei alarmierte.
In seiner Vernehmung hatte der Karatelehrer von seinem Entsetzen über seine Gewalttat gesprochen. Er habe apathisch zwei Tage neben seiner Freundin verharrt und sich dann Tabletten und Alkohol besorgt, um sich das Leben zu nehmen. Auch dem Sportschüler, der später die Polizei alarmierte, soll der 45-Jährige am Telefon von Selbstmordabsichten erzählt haben.
Erst in der vergangenen Woche hatte sich ein 68-Jähriger im Untersuchungsgefängnis das Leben genommen. Er soll versucht haben, seine Frau und seine Ex-Frau zu töten. Vor vier Wochen hatte sich ein 20-Jähriger getötet, der wegen versuchter Erpressung des Internet-Netzwerks Schüler VZ in Haft saß.
dpa
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