Panorama

Eichhörnchen aufgepasst!Tausende Nerze freigelassen

26.10.2007, 14:52 Uhr

Unbekannte haben 7500 Nerze aus einer Zuchtfarm in Sachsen-Anhalt freigelassen. Die Täter öffneten zahlreiche Gehege und zerstörten Zäune, so dass die Raubtiere in Scharen aus dem Anwesen liefen.

Unbekannte haben 7500 Nerze aus einer Zuchtfarm in Sachsen-Anhalt freigelassen. Die Täter öffneten in der Nacht zahlreiche Gehege und zerstörten Zäune, so dass die Raubtiere in Scharen aus dem Anwesen nahe Grabow im Jerichower Land liefen, teilten Polizei und Landratsamt mit. Zunächst hatten die Behörden von bis zu 17.000 freigelassenen Nerzen gesprochen. Dutzende Helfer, darunter einige Bundeswehrsoldaten, versuchten mit Käschern, zumindest einige der Nerze wieder einzufangen. Jäger wollen die Raubtiere nun gezielt jagen.

Nerze werden in Farmen gehalten, weil ihr Fell zu Pelzen verarbeitet wird. Tierschützer kritisieren seit langem die Haltungsbedingungen in solchen Farmen. In der Vergangenheit gab es europaweit bereits häufiger "Befreiungsaktionen". Von den Tätern im aktuellen Fall fehlte nach Polizeiangaben zunächst jede Spur. "Wir ermitteln wegen Hausfriedensbruchs", sagte ein Sprecher der Polizeidirektion Stendal.

Die Behörden mahnten Autofahrer in der Region zu erhöhter Aufmerksamkeit, weil die Tiere plötzlich über die Straße laufen könnten. Anwohner wurden aufgefordert, auf ihre Haustiere aufzupassen. "Freigelassene Nerze können Hausgeflügel anfallen und dieses töten", sagte der Sprecher des Landkreises Jerichower Land, Henry Liebe. Er verwies auf die Einschätzung von Fachleuten, wonach ein Teil der Farmtiere verhungern wird, da sie nicht an die selbstständige Nahrungssuche gewöhnt sind. Die übrigen Nerze könnten in freier Wildbahn Niederwild wie Hasen oder Eichhörnchen anfallen.