56-Jährige stellt sich bewusstlosTeenager verprügeln Erzieherin

In Thüringen prügeln zwei Teenager mit einer Eisenstange auf eine Heimerzieherin ein, stehlen Geld und ein Auto. Auf dem Gießener Bahnhof nimmt die Polizei die geständigen Täter fest. Sie hätten "auf Reisen gehen wollen".
Haftbefehl wegen versuchten Mordes hat das Amtsgericht Mühlhausen gegen zwei 15-Jährige nach der Prügelattacke auf eine Heimerzieherin in Thüringen erlassen. Die Teenager sollen die 56-jährige Frau in Mühlhausen mit einer Eisenstange niedergeschlagen haben. Anschließend entwendeten sie offenbar etwa 1000 Euro aus einer Geldkassette und flohen mit einem gestohlenen Auto, mit dem sie kurz darauf im Graben landeten.
Die aus Meiningen und dem hessischen Reiskirchen stammenden Jugendlichen hätten "auf Reisen gehen wollen", sagte ein Sprecher der Staatsanwaltschaft. Sie hätten eingeräumt, die Frau verletzt und das Geld entwendet zu haben.
Großer Suchaufwand führt zum Erfolg
Die Erzieherin hatte sich nach Polizeiangaben gerettet, indem sie sich bewusstlos stellte. Sie habe die Jugendlichen nicht bei ihrer Flucht aus dem Heim - nach Medienberichten eine heilpädagogische Einrichtung - aufhalten wollen, erklärte sie nach Angaben der Staatsanwaltschaft später. Die Frau habe noch selbst den Notruf angerufen. Ein Kind aus dem Heim habe ebenfalls etwas mitbekommen und den Hausmeister alarmiert, der die Verletzte fand.
Die beiden Jugendlichen wurden nach Angaben der Staatsanwaltschaft ins Jugendgefängnis nach Ichtershausen bei Arnstadt gebracht. Sie waren nach ihrer Flucht auf dem Bahnhof in Gießen festgenommen worden. Da einer der beiden Jungen Kontakte nach Gießen hatte, überwachte die Polizei die Bus- und Bahnverbindungen dorthin. Zuvor hatten die Beamten das Auto gefunden und anschließend die Umgebung mit einem Hubschrauber mit Wärmebildkamera sowie einem Fährtenhund abgesucht.