Panorama

Deepwater Horizon und kein EndeTötet Öl im Meer Delfine?

27.05.2011, 09:48 Uhr

Über 150 Delfine sind seit Jahresanfang im Golf von Mexiko verendet. An der eigentlich zu niedrigeren Wassertemperatur liegt dies jedoch offenbar nicht. Vielmehr stellen US-Forscher das Massensterben mit der Katastrophe um die BP-Bohrinsel Deepwater Horizon in Verbindung.

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(Foto: REUTERS)

Der Tod zahlreicher Delfine im Golf von Mexiko in diesem Jahr ist vermutlich zu einem bedeutenden Teil auf die Ölkatastrophe durch die Explosion der Bohrplattform Deepwater Horizon zurückzuführen. Nach US-Behördenangaben wurden seit Jahresanfang in der Region bereits 153 tote Delfine gefunden, unter ihnen 65 Delfin-Babys. In einer Studie von US-Wissenschaftlern heißt es, dies sei vermutlich auch auf die riesigen Mengen ausgelaufenen Öls und den massenhaften Einsatz chemischer Dispersionsmittel zurückzuführen. Die toten Delfine wurden demnach in einem Gebiet gefunden, das besonders von der Ölkatastrophe betroffen war.

"Wenn Öl und Dispersionsmittel die Nahrungsmittelkette unterbrochen haben, könnte das die Delfin-Mütter daran gehindert haben, sich ausreichend zu ernähren und so eine ausreichende Fettschicht zum Schutz vor der Kälte zu bilden", so der Meeresexperte Graham Worthy von der University of Central Florida, der zusammen mit 26 weiteren Experten den Tod der Delfine untersuchte. Der Studie zufolge ist das Wasser im Golf von Mexiko in diesem Jahr ungewöhnlich kalt. Ohne die Schwierigkeiten, Nahrung zu finden, hätten die Delfine dies aber verkraftet.

Die vor der Küste des US-Bundesstaats Louisiana gelegene BP-Förderplattform Deepwater Horizon war am 20. April 2010 explodiert, elf Arbeiter starben. Zwei Tage lang stand die Bohrinsel in Flammen, bis sie auf den Ozeangrund sank. Hunderte Millionen Liter Rohöl strömten ins Meer, ehe BP drei Monate später nach mehreren gescheiterten Versuchen das lecke Bohrloch endlich schließen konnte. Die Ölpest gilt als größte Umweltkatastrophe der US-Geschichte, noch immer werden Ölklumpen und verendete Meerestiere an die Küsten geschwemmt.

Quelle: AFP