Panorama

Entwarnung im FlugverkehrTote und Verletzte bei Unfällen

23.12.2009, 16:39 Uhr
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Mit einem Kran werden auf der A3 nahe Passau beschädigte Fahrzeuge von einem umgestürzten Autotransporter geborgen. (Foto: dpa)

Viele Autofahrer rutschen auf Deutschlands Straßen infolge von Blitzeis und Schneematsch in teils schwere Unfälle. Mehrere Menschen sterben. Im Bahnverkehr muss derweil mit etlichen Behinderungen gerechnet werden. Dagegen kann im Flugbetrieb Entwarnung gegeben werden.

Auf vielen Autobahnen rollt der Urlaubsverkehr an. Den Höhepunkt der Reisewelle erwartete der ADAC aber erst für den kommenden Samstag. Auf vielen Autobahnen mussten Autofahrer laut ADAC-Sprecher Vincenzo Luca mit Staus rechnen, darunter die A3 von Köln nach Nürnberg, die A93 am Inntaldreieck Richtung Kufstein, die A95 von München nach Garmisch-Partenkirchen, die A99 rund um die Landeshauptstadt sowie die A8 von Karlsruhe und die A9 von Berlin nach München - "in dieser Richtung, weil die Leute zum Skifahren in den Urlaub reisen."

Etliche Züge fallen aus

Auch auf den Bahnstrecken muss mit vielen Behinderungen gerechnet werden. Auf der Strecke Berlin-München fährt bis Sonntag nur jeder zweite ICE. Auch auf anderen Verbindungen könnten einzelne Züge ausfallen, sagte ein Bahnsprecher in Berlin. Die Reisenden müssten deshalb mit überfüllten Zügen rechnen. Grund für die Ausfälle seien Schnee, Eis und Kälte in den vergangenen Tagen. Das habe zu vielfältigen Defekten an den ICE geführt, sagte der Sprecher in der Bahnzentrale. Es liege aber "kein systematischer Fehler" vor.

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Auf einigen Bahnlinien müssen Passagiere mit Zugausfällen rechnen. (Foto: dpa)

Der Bahnsprecher für Sachsen, Sachsen-Anhalt und Thüringen, Jörg Böhnisch, räumte dagegen ein grundsätzliches Problem mit den ICE ein: "Die Fahrzeuge sind nicht so gebaut, dass sie diesen sibirischen Temperaturen standhalten", sagte er im MDR. Sie seien auf einen normalen mitteleuropäischen Winter ausgelegt. Böhnisch nannte als Beispiel die Wasser- und Abwasserleitungen, die am Fahrzeugboden verlegt sind. Diese seien zwar isoliert, aber nicht so stark, dass sie nicht bei minus 15 bis 20 Grad einfrieren könnten. Die Bahn-Zentrale hält ihre ICE dagegen grundsätzlich für wintertauglich. Anderen Darstellungen widerspreche das Unternehmen ausdrücklich, stellte ein Konzernsprecher in Berlin fest.

Flugbetrieb läuft wieder an

Im europäischen Flugverkehr zeichnete sich dagegen allmählich Entspannung ab. Trotz einer fast schneefreien Nacht hatte sich der seit Montag stark eingeschränkte Betrieb auf dem Frankfurter Flughafen allerdings noch nicht ganz normalisiert. Der Flughafenbetreiber Fraport zählte mehrere Dutzend gestrichene Flüge. Sie seien aber das Resultat der Wetterkapriolen an anderen europäischen Flughäfen, erläuterte Flughafen-Sprecher Jürgen Harrer. Wie die größte deutsche Airline Lufthansa mitteilte, musste sie zwischen Sonntag und Dienstag exakt 700 Flüge streichen. Schwerpunkt der Annullierungen sei Frankfurt gewesen.

Schneematsch wurde einer 26 Jahre alten Autofahrerin bei Estenfeld im Landkreis Würzburg zum Verhängnis. Nach Angaben der Polizei verlor die Frau in einer leichten Rechtskurve auf der rutschigen Fahrbahn die Kontrolle über ihren Wagen, geriet auf die Gegenfahrbahn und stieß dort mit einem entgegenkommenden Auto frontal zusammen. Die 26-Jährige starb wenig später im Krankenhaus. Die Fahrerin des zweiten Wagens wurde schwer verletzt.

Unfälle im Südwesten

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Auf dem Dresdner Airport wird ein Flugzeug enteist. (Foto: dpa)

Nahe Bad Urach in Baden-Württemberg kam eine 18 Jahre alte Autofahrerin bei Schneeglätte auf der kurvenreichen Strecke von der Fahrbahn ab, ihr Auto geriet ins Schleudern und prallte gegen einen Lastwagen. Die junge Frau starb noch am Unfallort, der Lkw-Fahrer blieb unverletzt.

Ein Toter und ein Schwerverletzter - das ist die traurige Bilanz eines Frontalzusammenstoßes zweier Autos auf eisglatter Straße im baden-württembergischen Ostalbkreis. Ein 45-Jähriger kam in einer Linkskurve auf eisglatter Fahrbahn mit seinem Wagen auf die Gegenspur. Nach weiteren Angaben der Polizei stieß er mit einem entgegenkommenden Auto zusammen, dessen Fahrer schwere Verletzungen erlitt. Der 45-Jährige starb noch am Unfallort.

Lastwagen mit überhöhter Geschwindigkeit

Auf der B 236 in Richtung Lünen in Nordrhein-Westfalen waren kurz hintereinander drei Autos auf glatter Fahrbahn ins Schleudern geraten. Der Fahrer des dritten Wagens verlor die Kontrolle und prallte gegen eines der verunglückten Autos. Ein 40-jähriger Dortmunder wurde eingeklemmt und starb an der Unfallstelle.

Ein Autofahrer wurde infolge eines Lkw-Unfalls auf der schneeglatten Autobahn 8 nahe Heimsheim in Baden-Württemberg schwer verletzt; der Lastwagen war wegen überhöhter Geschwindigkeit in einer Baustelle ins Schleudern geraten. Er prallte gegen eine Betonleitwand und schob sie auf die Gegenfahrbahn. Dort wurde das Auto getroffen, das sich überschlug und nach 100 Metern auf dem Dach liegen blieb. Die drei Mitfahrer des Mannes und der Lastwagenfahrer wurden leicht verletzt. Die Autobahn musste während der Bergungsarbeiten in beiden Richtungen komplett gesperrt werden.

Quelle: dpa