Panorama

Überladenes Schiff gesunkenZahlreiche Tote bei Fährunglück

28.11.2009, 14:25 Uhr

In Bangladesch kentert ein Schiff, das mit mehr als tausend Passagieren völlig überladen ist. Mindestens 35 Menschen kommen ums Leben, viele werden noch vermisst.

Bei einem Fährunglück in Bangladesch sind am Wochenende mindestens 37 Menschen ertrunken. Dutzende weitere wurden am Sonntag noch vermisst, wie die Polizei mitteilte. Die mit mehr als tausend Passagieren völlig überladene Fähre nahm den Angaben zufolge Kurs auf einen Flussanleger auf der Insel Bhola im Süden des Landes, als sie am Freitagabend kenterte.

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Viele der Passagiere waren auf dem Weg zu Angehörigen. (Foto: AP)

Tausende Menschen warteten in dem abgelegenen Dorf Nazirpur am Ufer des Flusses Tentulia auf Nachrichten über ihre vermissten Familienangehörigen. Bislang seien 37 Leichen gefunden worden, sagte der örtliche Polizeichef Zakir Hossain. Die Behörden gingen von einer weiter steigenden Opferzahl aus. "Wir glauben, dass dutzende weitere Menschen unter Wasser in den Kabinen und im Frachtraum eingeschlossen wurden", sagte Hossain. Genaue Angaben zur Zahl der Vermissten waren nach Behördenangaben unmöglich.

"Jeder Zentimeter war voll mit Fahrgästen"

Nach Angaben des Polizeichefs war die Fähre "Coco-4" mit vermutlich mehr als 1000 Passagieren völlig überladen. Das Schiff war den Angaben zufolge für 665 Fahrgäste ausgelegt. "Es gab auf dem Schiff keinen freien Platz mehr", sagte der 30-jährige Passagier Mohammad Ripon, der sich durch einen Sprung ins Wasser retten konnte. "Jeder Zentimeter war voll mit Fahrgästen."

Schifffahrtsminister Shahjahan Khan ordnete eine Untersuchung des Unglücks an. Seinen Angaben zufolge war auf dem Schiff eine Panik ausgebrochen, nachdem Besatzungsmitglieder kurz vor der Einfahrt in den Hafen die Ausgänge verschlossen hatten, um Passagiere ohne Fahrschein ausfindig zu machen. Die Fähre sei daraufhin in eine Schieflage geraten, umgekippt und gesunken. Die meisten Passagiere hätten sich jedoch schwimmend an Land gerettet.

Polizisten, Feuerwehrleute und Anwohner eilten nach der Katastrophe in das rund 250 Kilometer südlich der Hauptstadt Dhaka gelegene Dorf, um bei den Rettungsarbeiten zu helfen. Viele der Reisenden waren am Freitag auf dem Weg zu Angehörigen gewesen, um das muslimische Opferfest Eid el Adha zu feiern.

In Bangladesch, dessen 230 Flüsse von Millionen Menschen als Verkehrswege genutzt werden, sind Schiffsunglücke keine Seltenheit. Die Schiffe sind oft überladen, die Sicherheitsbestimmungen mangelhaft. Schätzungen zufolge kamen seit 1977 mehr als 3000 Menschen bei Fährunglücken ums Leben.

Quelle: AFP