Welterbestätten zu unbekanntUNESCO will bessere Werbung
Die UNESCO-Welterbestätten in Deutschland sollten von den Städten und Regionen stärker wahrgenommen und beworben werden.
Die UNESCO-Welterbestätten in Deutschland sollten von den Städten und Regionen stärker wahrgenommen und beworben werden. "Es darf nicht sein, dass ein Gast von der Rezeption eines Hotels oder vom Taxifahrer seine Frage nach der genauen Adresse des Welterbes in der Nähe nicht beantwortet bekommt", sagte der Vorsitzende des Vereins UNESCO-Welterbestätten Deutschland, Horst Wadehn in Darmstadt. Diese Aufgabe müssten die Anbieter von Freizeit und Tourismus ebenso verinnerlichen wie Stadtplaner. "Das Gute liegt manchmal vor der Haustür", betonte Wadehn.
Mit diesem Thema befasst sich auch ein Treffen der Welterbestätten heute und am Donnerstag in Darmstadt. Erwartet werden etwa 150 Teilnehmer aus dem ganzen Bundesgebiet. In der Nähe des Tagungsortes liegt das Weltnaturerbe Grube Messel.
Welterbe kann Geld einbringen
Welterbestätten könnten ihren Regionen starke wirtschaftliche Impulse geben, sagte Wadehn. Jährlich besuchten rund 50 Millionen Menschen die 33 deutschen Orte. "Bei 30 Euro, die ein Tagesgast statistisch gesehen ausgibt, ergibt sich eine gewaltige wirtschaftliche Summe."
Zur Frage, ob das UNESCO-Welterbekomitee nach der Aberkennung des Titels für das Dresdner Elbtal von Ende Juni wegen des Baus der Waldschlößchenbrücke noch einmal umschwenken könnte, wollte sich Wadehn nicht detailliert äußern. Durch den Brücken-Bau habe die Verlässlichkeit Deutschlands und Sachsens gelitten, sagte er.
Im Falle des geplanten Baus der Mittelrhein-Brücke im Loreley-Tal, das bereits Welterbe-Status hat, "muss noch abgewartet werden, wie sich die Sache entwickelt", sagte Wadehn. Hier hatten die Denkmalwächter der Vereinten Nationen im Juni die Entscheidung, ob die Brücke zum Welterbe passt, auf 2010 vertagt. Um den Titel nicht zu gefährden, will die rheinland-pfälzische Landesregierung die Rheinquerung nur mit Zustimmung der UNESCO bauen.