Panorama
Zwei CH-53 "Sea Stallions" des US Marine Corps im Anflug auf Oahu (Archivbild).
Zwei CH-53 "Sea Stallions" des US Marine Corps im Anflug auf Oahu (Archivbild).(Foto: REUTERS)

Riesenwellen behindern die Retter: US-Helikopter kollidieren vor Hawaii

Tragischer Unfall im Meer vor der Hawaii-Insel Oahu: Zwei Transporthubschrauber der US-Marines stoßen im Flug über offenem Wasser zusammen. Beide Maschinen stürzen ab. Verzweifelt sucht die Küstenwache nach Überlebenden.

Zwei US-Militärhubschrauber vom Typ CH-53 sind vor nördlich von Oahu zusammengestoßen und in den Pazifik gestürzt. Rettungskräfte sichteten im Meer vor der Nordküste der Insel Flammen und Trümmerfelder. Augenzeugen berichteten, sie hätten am späten Abend (Ortszeit Hawaii) vom Ufer aus den Lichtschein einer Explosion gesehen.

An Bord der beiden Transporthubschrauber der US-Marineinfanterie befanden sich ersten Angaben zufolge jeweils sechs Besatzungsmitglieder. Unklar ist bislang noch, ob es Überlebende gibt. Bergungsexperten der US-Küstenwache konnten an der Absturzstelle in der Nacht auf Freitag zwischen den Wrackteilen zunächst lediglich ein leeres Rettungsfloß ausmachen.

Zwölf Meter hohe Wellen

Erschwert werden die Bemühungen der Rettungskräfte durch ungewöhnlich starken Seegang. In der örtlichen Wettervorhersage für die Nordküste Oahus ist von Wellen mit bis zu zwölf Metern Höhe die Rede. Die Absturzstelle liege rund zweieinhalb Meilen (rund vier Kilometer) nördlich der Ortschaft Haleiwa auf Ohau. Die Insel zählt zu den acht größeren Landmassen des Hawaii-Archipels im Pazifik etwa auf halber Strecke zwischen der US-Westküste und Asien.

Auf Oahu befinden sich neben Honolulu - der Hauptstadt des US-Bundesstaats Hawaii - auch mehrere Militärstützpunkte. Bekannteste Basis der US-Seestreitkräfte ist Pearl Harbour im Süden der Insel, bekannt für den japanischen Überfall im Dezember 1941.

Militärpräsenz im Pazifik

Speziell ausgerüstet für den Einsatz auf hoher See: "Sea Stallions" verfügen über Zusatztanks, erweiterte Navigationsanlagen und Rettungsflöße.
Speziell ausgerüstet für den Einsatz auf hoher See: "Sea Stallions" verfügen über Zusatztanks, erweiterte Navigationsanlagen und Rettungsflöße.(Foto: REUTERS)

Stationiert waren die beiden Transporthubschrauber Medienberichten zufolge in der nahegelegenen Kaneohe-Bucht, wo das Marine Corps eine eigene, riesige Basis betreibt. Die beiden Helikopter befanden sich offenbar auf einer nächtlichen Übungsmission, als sie aus bislang ungeklärter Ursache kollidierten. Die Besatzung einer CH-53 besteht üblicherweise aus Pilot, Co-Pilot und einem Bordtechniker im Laderaum. Dort finden je nach Ausstattung bis zu 36 Soldaten oder Passagiere Platz.

Die rund 27 Meter langen und bis zu 20 Tonnen schweren Maschinen gelten als robust und zuverlässig. In der Version CH-53 "Sea Stallion" sind die mittelscheren Transporthubschrauber speziell für Einsätze über dem offenen Meer ausgerüstet und in eigenen Varianten auch bei der Bundeswehr im Einsatz. Der Erstflug dieses Modells fand Mitte der 1960er Jahre statt. Entwickelt und gebaut wurden die Hubschrauber bei dem US-Luftfahrtspezialisten Sikorsky, mittlerweile eine Tochter des US-Rüstungskonzerns Lockheed Martin.

Quelle: n-tv.de

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