Panorama

Dienstplanung wichtiger als LandungUS-Piloten verlieren Lizenz

28.10.2009, 16:57 Uhr

Ein neues Programm zur Piloten-Dienstplanung hat zwei US-Piloten derart "abgelenkt", dass sie den Zielflughafen verpasst haben. Das kostet sie nun ihre Fluglizenz.

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Über den Wolken lässt es sich anscheinend wunderbar diskutieren. (Foto: picture-alliance/ dpa)

Zwei US-Piloten, die vergangene Woche mit ihrer Passagiermaschine den Zielflughafen verpassten - weil sie von einem Computerprogramm abgelenkt wurden, wie sie selbst sagten - haben ihre Fluglizenz verloren. Das teilte die US-Luftfahrtbehörde FAA in Washington mit. Die beiden Piloten hätten gegen eine ganze Reihe von Regelungen verstoßen. So seien sie Anordnungen der Flugüberwachung nicht nachgekommen und hätten "nachlässig und rücksichtslos" gehandelt. Deshalb sei ihnen die Lizenz entzogen worden.

Die Piloten hatten am 21. Oktober erst nach etwa 240 Kilometern Flug bemerkt, dass sie den Zielflughafen verpasst hatten. Als Grund hatten sie angegeben, in ein neues Programm zur Piloten-Dienstplanung vertieft gewesen zu sein. Sie hätten so intensiv darüber diskutiert, dass sie auch mehr als eine Stunde lang vergaßen, auf Funksprüche zu reagieren, sagten die 53 und 54 Jahre alten Piloten der Gesellschaft Northwest Airlines.

Gegen Regeln der Flugsicherheit verstoßen

Die Piloten waren mit dem Airbus A 320 und 144 Passagieren sowie fünf Besatzungsmitgliedern an Bord im kalifornischen San Diego gestartet und sollten in Minneapolis in Minnesota landen. Das taten sie dann auch mit mehr als einstündiger Verspätung.

"Mit ihrem Verhalten haben die beiden Piloten ganz klar gegen die Regeln der Flugsicherheit verstoßen", sagte Jim Hall, der ehemalige Vorsitzende der US-Verkehrsbehörde NTSB der "Washington Post".

Die beiden Piloten haben zehn Tage Zeit, den Fluglizenz-Entzug anzufechten. Falls sie damit nicht erfolgreich wären, könnten sie sich nach einem Jahr wieder für eine Fluglizenz bewerben, sagte FAA-Sprecherin Laura Brown.

Quelle: dpa