Panorama

Kindersterblichkeit in AfghanistanUm ein Viertel gesunken

04.11.2007, 15:11 Uhr

Seit dem Sturz des Taliban-Regimes in Afghanistan 2001 ist die Kindersterblichkeit in dem Land um ein Viertel zurückgegangen. Jedes Jahr kämen nun etwa 90.000 Kinder im Alter von eins bis fünf Jahren weniger zu Tode, teilte das Gesundheitsministerium in Kabul mit

Seit dem Sturz des Taliban-Regimes in Afghanistan 2001 ist die Kindersterblichkeit in dem Land um ein Viertel zurückgegangen. Jedes Jahr kämen nun etwa 90.000 Kinder im Alter von eins bis fünf Jahren weniger zu Tode, teilte das Gesundheitsministerium in Kabul mit. Präsident Hamid Karsai dankte der internationalen Gemeinschaft und Hilfsorganisationen für ihre Unterstützung. "Das ist die größte Freude in Afghanistan - dass wir jetzt 89.000 Kinder am Leben erhalten können", sagte Karsai. Auch Deutschland ist am Wiederaufbau des Landes beteiligt.

Das Ministerium berief sich auf eine Studie der US-Universität Johns Hopkins, der zufolge 2006 von 1000 Kindern 191 starben, verglichen mit geschätzten 257 in 2001. In Norwegen, Schweden und Finnland sterben nach Angaben der Vereinten Nationen dagegen vier von 1000 Kindern. Die hohe Kindersterblichkeit in Afghanistan ist Karsai zufolge auf mangelnde Gesundheitsversorgung und medizinische Ausrüstung zurückzuführen. Mittlerweile hat jedoch 85 Prozent der Bevölkerung Zugang zu ärztlicher Hilfe.

Nach drei Jahrzehnten Krieg gehört Afghanistan zu den Ländern mit der höchsten Kindersterblichkeit. Den UN zufolge wird das Land nur noch von Angola und Sierra Leone übertroffen. In den vergangenen Jahren haben die Vereinten Nationen sowie zahlreich Organisationen und Länder viele Milliarden Dollar in den Wiederaufbau des Landes und die Versorgung seiner Bevölkerung investiert.