Eine Gewitterwolke zieht über ein Feld im brandenburgischen Sieversdorf hinweg.
Donnerstag, 23. Juni 2011
Stromausfälle und blockierte Straßen: Unwetter richten Schäden an
Hagel, heftiger Regen und Orkanböen verursachen in weiten Teilen Deutschlands Schäden. Bahngleise werden blockiert, Passanten von herabstürzenden Ästen getroffen. Eine Windhose deckt in Hessen zahlreiche Dächer ab. In Sachsen und Sachsen-Anhalt fällt der Strom bei Zehntausenden aus. Der Wetterdienst rechnet mit weiteren Unwettern.Eine schwere Unwetterfront, die über weite Teile Deutschlands gezogen ist, hat binnen weniger Minuten schwere Schäden angerichtet. Bäume wurden umgerissen, Dächer abgedeckt, Felder verwüstet, zahlreiche Keller liefen voll. Das volle Ausmaß der Schäden sei noch gar nicht absehbar, hieß es in der Nacht bei den Polizeistellen im Land.
Vor allem die Bundesländer Baden-Württemberg, Bayern, Hessen, Thüringen, Sachsen-Anhalt, Sachsen und Brandenburg seien von der schweren Gewitterfront betroffen gewesen, teilte der Wetterdienst Meteomedia mit. Passanten wurden von herumfliegenden Trümmern oder herabstürzenden Ästen getroffen. Bahnstrecken und Straßen mussten zeitweise gesperrt werden, weil sie von Bäumen blockiert wurden. Erst in den späten Abendstunden konnte der Deutsche Wetterdienst Entwarnung geben: Die Unwetterwarnungen wurden aufgehoben.
Stromausfall in Sachsen
Ein Arbeiter räumt im Kreis Emmendingen das Gleis der Elztalbahn von einem umgestürzten Baum. Die Bahnstrecke war über eine Stunde blockiert.
(Foto: dpa)
In Oberbayern erlitt ein Mann schwere Verletzungen, als ein Baum auf sein Gartenhäuschen fiel. In Baden-Württemberg wurde eine Frau von einem Silo getroffen, das sich im Sturm gelöst hatte. Sie erlitt schwere Verletzungen. Eine Frau in Emmendingen, auf deren Auto ein Baum stürzte, musste aus dem Wagen befreit werden. Sie blieb unverletzt.
In Sachsen und Sachsen-Anhalt verursachten Blitzeinschläge und umstürzende Bäume Schäden an Stromleitungen. Bei rund 50.000 Kunden sei der Strom ausgefallen, teilte die Envia Mitteldeutsche Energie AG mit. Zahlreiche Mitarbeiter seien im nächtlichen Einsatz, um die Störungen zu beheben, hieß es. Wie lange der Stromausfall noch andauern würde, war zunächst unklar. In Thüringen verursachte ein Blitzschlag in einem Einfamilienhaus in Saara (Landkreis Altenburger Land) einen Sachschaden von rund 100.000 Euro. Verletzt wurde nach Polizeiangaben niemand.
Windhose richtet Schaden an
Im nordhessischen Frankenau-Altenlotheim hat eine Windhose mehrere Dächer abgedeckt und Bäume entwurzelt. Eine Frau wurde leicht verletzt, wie die Polizei berichtete. Am Frankfurter Flughafen sorgte ein kräftiges Gewitter kurzzeitig für Verzögerungen im Flugverkehr. "Aus Sicherheitsgründen mussten wir Kapazitätseinschränkungen vornehmen und konnten nicht wie geplant starten und landen", sagte Flughafensprecher Thomas Uber.
Nach Angaben von Wetterexperten soll es weiter kräftig schütten: Vor allem am Alpenrand seien bis zu 30 Liter pro Quadratmeter möglich, teilte Meteomedia mit. Zudem zögen neue "gewittrige Regenschauer" von Nordwesten nach Deutschland.
dpa

