Panorama

Tragischer Todesfall in den USAVater schießt Vierjähriger in den Kopf

19.04.2016, 15:48 Uhr
AP-233295843445-1
In Kensington, einem Stadtteil von Philadelphia, kommt es immer wieder zu Schießereien - wie hier im Juni 2015. (Foto: AP)

In den USA sorgt der Tod eines vierjährigen Kindes für eine neue Debatte um laxe Waffengesetze: Das Mädchen stirbt, nachdem der Vater ihr versehentlich in den Kopf geschossen hat. Danach versucht er, seine Tat zu vertuschen - auf ungeheuerliche Weise.

Im US-Bundesstaat Pennsylvania ist am Montag ein junger Familienvater festgenommen worden, nachdem er seiner vierjährigen Tochter versehentlich ins Gesicht geschossen hat. Der 30-Jährige aus Philadelphia räumte laut US-Medienberichten bei einem Verhör durch die Polizei ein, mit seiner Waffe herumgespielt zu haben, als sich ein Schuss löste und das Mädchen tötete. Offenbar hatte er zunächst versucht, die Tat einem seiner anderen Kinder unterzuschieben.

Und tatsächlich waren die Ermittler zunächst davon ausgegangen, dass die tödliche Kugel von der fünfjährigen Schwester des Mädchens abgefeuert wurde. Denn vom Vater fehlte nach dem Eintreffen der Polizei in der Wohnung der Familie jede Spur. Erst im Laufe der Ermittlungen habe der Mann gestanden, dass er seine Tochter selbst getötet hat. Er muss sich nun wegen Totschlags, fahrlässiger Tötung und Gefährdung des Kindeswohls verantworten.

Laut Polizei befanden sich die sechs Geschwister - das älteste Kind ist 13 Jahre und das jüngste 7 Monate alt - zum Zeitpunkt des Unglücks in der Wohnung der Eltern und schauten fern. Als der Vater hineinkam, begann er den Angaben nach, wild mit seiner halbautomatischen Waffe herumzufuchteln. "Es war ein dummes, ein idiotisches Verhalten", sagte ein Ermittler später vor Journalisten. "Es war absolut leichtsinnig."

Vater wollte seine Schuld vertuschen

Als sich der Schuss löste, sei das Mädchen sofort zusammengebrochen, hieß es weiter. Die anderen Kinder hätten angefangen zu schreien. Um den Verdacht auf seine ältere Tochter zu lenken, soll der Vater Blut an deren T-Shirt abgewischt haben. Danach legte er die tote Schwester des Kindes angeblich aufs Bett im Schlafzimmer und rief die Mutter der Kinder an, damit sie nach Hause komme. Schließlich flüchtete er aus der Wohnung.

Nachbarn berichteten der "Washington Post", dass die Mutter der Kinder stets sehr fürsorglich gewesen sei und sie nie unbeaufsichtigt im Garten spielen ließ. Kensington - der Stadtteil, in dem die Familie lebt - gilt als Problemviertel mit einer hohen Kriminalitätsrate. Der jüngste Fall wirft erneut ein Schlaglicht auf die liberale Waffenpolitik in den USA. Nach Angaben des John Hopkins Centers für Waffenkontrolle starben allein im Jahr 2014 102 Jugendliche unter 18 Jahren durch Unfälle mit Schusswaffen. 74 von ihnen waren jünger als 15.

Quelle: ntv.de, jug

WaffenGewaltUSAPennsylvania