Montag, 24. September 2007
Zu lange vorm Computer: Vater schießt auf Sohn
Weil sein Sohn zu lange am Computer saß, hat ein Vater im Westerwaldort Horhausen den 16-Jährigen mit einer Schrotflinte niedergeschossen und lebensgefährlich verletzt. Der Junge hatte am vergangenen Samstag bereits seit längerer Zeit den gemeinsamen Computer benutzt. Als der Vater den Jungen zum Abschalten gedrängt habe, sei es zum Streit gekommen, erklärte die Staatsanwaltschaft Koblenz. Im Verlauf der Auseinandersetzung habe der 56-Jährige zu einer Schrotflinte gegriffen und den Jungen in den Kopf geschossen.
Der 16-Jährige wurde mit einem Rettungshubschrauber in eine Klinik geflogen. Er befindet sich wieder außer Lebensgefahr. Der 17-jährige Bruder des Verletzten konnte den Vater entwaffnen und die Polizei verständigen. Diese nahm den Schützen, der sich in seinem Schlafzimmer eingeschlossen hatte, kurz darauf fest. Das Amtsgericht Koblenz erließ gegen ihn Haftbefehl wegen versuchten Mordes aus niedrigen Beweggründen.
Der Vater habe nur geschossen, um die Nutzung des Computers durch seinen Sohn zu beenden, stellte das Gericht fest. Nach Angaben der Staatsanwaltschaft wird gegen den 56-jährigen Schützen auch wegen Verstoß gegen das Waffengesetz ermittelt. Der Mann habe die Waffe offenbar aus Spanien importiert, aber nicht in Deutschland angemeldet. Der Beschuldigte habe längere Zeit in Spanien gelebt und dort auch einen Waffenschein erworben.
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