Panorama

Mieterhöhungen fehlerhaftViele Vermieter machen Kasse

02.02.2008, 09:27 Uhr

In Deutschland zahlen Mieter jedes Jahr über eine Viertelmilliarde Euro zu viel an ihre Vermieter. Mehr als 100.000 Mieterhöhungen jährlich seien falsch, unzulässig und unbegründet, bemängelt der Deutsche Mieterbund.

Deutschlands Mieter zahlen jedes Jahr mehrere Millionen Euro zu viel, weil sie vorschnell und ungeprüft den verlangten Mieterhöhungen zustimmen. Mehr als 100.000 Mieterhöhungen jährlich seien falsch, unzulässig und unbegründet, bemängelt der Deutsche Mieterbund (DMB).

Die "Bild"-Zeitung berichtete unter Berufung auf den DMB, Mieter zahlten jedes Jahr mehr als 250 Millionen Euro zu viel an ihre Vermieter. Das Blatt zitierte Mieterbund-Sprecher Ulrich Ropertz mit den Worten: "Zu viele Mieter akzeptieren die Mieterhöhungsforderungen der Vermieter anstandslos, anstatt sie vorher auf Rechtmäßigkeit zu überprüfen." Nach Erhebungen der örtlichen Mietervereine ist sogar jede dritte der jährlich verschickten drei Millionen Mieterhöhungen fehlerhaft, heißt es weiter. Jeder Betroffene zahle im Schnitt 250 Euro zu viel Miete.

Hauptfehler bei Mieterhöhungen auf die sogenannte ortsübliche Vergleichsmiete sind dem Mieterbund zufolge, dass keine ordnungsgemäße Begründung vorliege, die Wohnungsgröße falsch berechnet und die Jahressperrfrist nicht beachtet sei. Der Vermieter dürfe frühestens ein Jahr nach der letzten Erhöhung die Miete erneut anheben. Werde die Überlegungsfrist des Mieters hinzugerechnet, gelte die Erhöhung erst 15 Monate nach der letzten. Wirksam werde sie erst, wenn der Mieter zustimmt. Tut er das nicht, muss der Vermieter die Erhöhung einklagen.