"Das Schlimmste ist vorüber"Washington steckt im Schnee

"Snowmaggedon" ist vorüber, nun steckt die Region um Washington im Schnee. Das ganz große Chaos blieb allerdings aus.
Ein 30 Stunden langes Unwetter hat den Osten der USA von Virginia bis New Jersey im Schnee versinken lassen. In der Region fielen streckenweise 90 Zentimeter Schnee. Meteorologen sprechen von den stärksten Schneefällen seit Jahrzehnten. New York blieb verschont: Auf Long Island fielen lediglich ein paar Zentimeter Schnee, im Central Park gar keiner.
Der Verkehr auf Straßen, Schienen und Flughäfen in Washington, Philadelphia und Baltimore kam weitgehend zum Erliegen. Über 200.000 Haushalte der Region sind ohne Strom. Es wird befürchtet, dass es bis Mitte der Woche dauern wird, bis alle Nebenstraßen vom Schnee befreit sind und der Verkehr wieder normal fließen kann.
"Snowmaggedon" und "Snowpocalypse"
"Das Schlimmste ist vorüber", sagte eine Meteorologin am Samstagabend (Ortszeit). Das große Chaos blieb aus, weil die meisten Menschen am Wochenende nicht zur Arbeit mussten. Zudem hatten die Bewohner in Erwartung des "Monstersturms" bereits am Freitag die Supermärkte gestürmt und sich mit Lebensmitteln, Schneeschaufeln und Batterien eingedeckt. In Medien und Blogs waren "Snowmaggedon" und die "Snowpocalypse" angekündigt worden - der Weltuntergang im Schnee.
Im Bundesstaat Virginia kamen ein Vater und sein Sohn ums Leben, als sie aus ihrem Wagen ausstiegen, um einem steckengebliebenen Autofahrer zur Hilfe zu kommen. Die beiden Männer wurden von einem Traktor erfasst.
Wintermärchen in Washington
Das Herz der US-Hauptstadt - die Mall und die Parklandschaft zwischen Weißem Haus und dem Potomac-Fluss - wirkten am Samstag wie eine winterliche Märchenkulisse. Nur ganz vereinzelt wagten sich schwere Allrad-Autos auf die Straßen. In den Wohngebieten versanken Fußgänger bis zu den Knien im Schnee, vereinzelt waren Skilangläufer unterwegs.
Trotz des Unwetters besuchte Präsident Barack Obama eine Sitzung seiner demokratischen Partei in der Hauptstadt. Allerdings kollidierten auf den rutschigen Straßen zwei Autos seines Konvois. Am Sonntag wird weitgehend Sonnenschein in der Region erwartet, Meteorologen sagen aber bereits eine weitere Schlechtwetterfront für Dienstag voraus.