AuslandsreportWenn Tee Kräfte verleiht

Für uns ist es nur Kräutertee, für gläubige Brasilianer ist es der Saft der Erkenntnis. Sie bekommen Illusionen und erkennen ihre Fehler. Aber nicht alle werden bessere Menschen.
Russen und Europäer wollen endlich zum Mars, Brasilianer schwören auf illusionsfördernden Kräutertee, irakische Mädchen sitzen unschuldig im Gefängnis, die Fregatte "Hessen" sichert einen US-Flugzeugträger, US-Fischer kämpfen hoffnungslos gegen die Ölpest und junge Spanier trifft die Krise besonders hart. Sehen Sie den Auslandsreport.
In frühestens neun Jahren könnte es soweit sein: eine Expedition zum roten Planeten. Europäer und Russen planen derzeit gemeinsam den Flug zum Mars. Insgesamt soll die Mission eineinhalb Jahre dauern. Allein der Hinflug beträgt 250 Tage. Deshalb üben Probanden schon mal das Leben in Raumanzügen auf engstem Raum.
Tee macht Gläubige zu besseren Menschen: Visionen erhellen ihren Verstand und lassen sie ihre Fehler erkennen. Das zumindest predigen die geistigen Führer der brasilianischen Kräuterunion. Doch manche Tees sollen bei psychisch-labilen Menschen eine fatale Wirkung entfalten. Daher beschränkt die Regierung den Konsum.
Sie sitzen wegen Prostitution oder Terrorverdacht im Gefängnis. Dabei sind sie Kinder, kleine Mädchen, die meist von ihren Vätern verkauft wurden. Doch die, die sich wehren, werden verurteilt. Menschenrechtsorganisationen schlagen Alarm: Der Menschenhandel im Irak nimmt zu.
Die Fregatte "Hessen" hat eins der weltweit modernsten Automations- und Überwachungssysteme, die derzeit auf Marineschiffen eingebaut werden. Daher begleitet das Schiff noch bis Juli einen US-amerikanischen Flugzeugträger - zum ersten Mal in der Geschichte der Marine - und kontrolliert die Flugabwehr.
Louisiana, Mississippi und Alabama: Die Ölpest trifft die drei Bundesstaaten hart. Nicht nur am Ufer sind Schilf- und Seegraswiesen verseucht, auch unter Wasser breitet sich der Ölteppich immer weiter aus und verklebt die Kiemen der Fische. Fischer verlieren ihre Existenzgrundlage.
20 Prozent der Spanier sind arbeitslos, besonders junge Menschen stehen ohne Job da. Dabei ist es völlig gleich, ob sie schlecht oder gut qualifiziert sind. Das Ausbildungssystem ist nicht mit der Wirtschaft vernetzt. Es fehlt an Praxis und Erfahrung. Die Krise tut ihr Übriges.