Wetter zwischen den ExtremenWie warm es Pfingsten wird

Die Unwetter der vergangenen Tage haben einige Regionen besonders schwer getroffen. Dafür ist die große Trockenheit in vielen Gebieten erst einmal vorüber. Zwischen beiden Extremen liegt das Pfingstwochenende, verrät n-tv Meteorologe Björn Alexander im Gespräch mit n-tv.de.
Die Unwetter der vergangenen Tage haben einige Regionen besonders schwer getroffen. Dazu zählen beispielsweise auch Berlin oder Hamburg. Dafür ist die große Trockenheit in vielen Gebieten erst einmal vorüber. Zwischen beiden Extremen liegt das Pfingstwochenende, verrät n-tv Meteorologe Björn Alexander im Gespräch mit n-tv.de.
n-tv.de: Björn, die große Trockenheit scheint vorbei, oder?
Björn Alexander: Im Prinzip schon. Auch wenn es immer noch einige Gebiete gibt, wo es bei den eher punktuell aufgetretenen Schauern der vergangenen Tage weniger Regen gab. Dafür hat es anderswo im Juni bereits über 50 Liter Regen pro Quadratmeter gegeben. Leider eben auch mit den teils schweren Unwettern.
Bleiben uns die auch in den kommenden Tagen erhalten?
Glücklicherweise nicht. Allerdings kann es heute noch teils heftig werden. Denn während im Osten und Teilen Norddeutschlands noch die schwül-warme Gewitterluft liegt, rückt von Westen her kühlere Atlantikluft nach.
Das klingt nicht gut.
Ist es auch nicht. Zumal zwischen beiden Luftmassen Tief Christian noch für ein bisschen Vermischung sorgt. An der Grenze kommt es dadurch mitunter zu ergiebigem Regen, heftigen Schauern sowie Blitz und Donner, gebietsweise mit Unwettergefahr.
Was heißt das im Detail? Wo ist der Schwerpunkt der Unwetter?
Was die Gewitter betrifft, dann sind der Nordosten und der Osten wohl am ehesten gefährdet. Denn dort liegt anfangs noch die wärmste und energiereichste Luft, die von der Sonne zusätzlich aufgewärmt wird. Damit können sich in den Nachmittags- und Abendstunden teils schwere Gewitter mit Platzregen, Hagelschlag und Sturmböen bilden. Ansonsten kann es zwar auch zeitweise ergiebiger regnen, aber die größte Gefahr dürfte von den Gewittern im Osten und Nordosten ausgehen.
Wie geht es danach weiter?
In der Nacht kann es vor allem im Norden noch recht nass sein. Auch Gewitter sind zumindest anfangs noch möglich. Später klingen die Regenfälle aber insgesamt langsam ab. Am Donnerstag Richtung Alpen noch ein paar stärkere Regengüsse. Ansonsten gibt es neben ein paar freundlichen Phasen nur noch einzelne, zumeist schwache Schauer und die große Schwüle ist überall vorbei. Dafür gibt es höchstens "Frühsommer light” mit 16 bis 23 Grad.
Und Pfingsten?
Allzu große Sprünge sind bei den Temperaturen nicht zu erwarten. Aber rund 2 Grad kann es in der Spanne schon noch raufgehen. Oft sind es also 18 bis 25 Grad. Nicht der "Knaller”, aber durchaus angenehm.
Bleibt noch die Frage: "trocken oder nicht”?
Sowohl als auch. Brauchbar wird es – auf das ganze Wochenende bezogen - sicherlich überall. Ein paar Einschränkungen gibt es aber schon. Los geht es am Freitag nicht nur mit erheblicher Stauwahrscheinlichkeit, sondern im Süden und Westen auch mit der Option auf einzelne Schauer und Gewitter. Im Rest ist es eher trocken. Am Samstag überquert uns dann eine Kaltfront von West nach Ost. Davor bleibt es aber noch schön und auch dahinter wird es rasch netter. Dementsprechend wird der Pfingstsonntag stabiler mit Sonne und ein paar Tropfen an den Alpen. Dazu gibt es bis zu 25, am Pfingstmontag vielleicht bis 27 Grad. Allerdings können dann im Westen und Süden neben sonnigen Phasen auch örtliche Schauer aufkommen.
In welche Richtung schwingt das Wetterpendel denn anschließend?
Das ist unsicher. Flächendeckender Dauerregen ist bislang nicht in Sicht, aber zumindest kann die Natur dadurch weiter aufatmen. Es dürfte nämlich wahrscheinlich leicht wechselhaft bleiben.
In diesem Zusammenhang noch ein Wort zur Waldbrandgefahr ...
Die hat sich deutlich abgeschwächt. In den meisten Landesteilen herrscht eine sehr geringe bis geringe Waldbrandgefahr. Deutlich höher ist die Gefahr weiterhin in der Region vom Harz Richtung Osten und dann von Berlin gen Süden. Dort besteht momentan Waldbrandgefahrstufe fünf.