Partys, Feuerwerk und RandaleWillkommen im neuen Jahr!
Millionen Menschen auf der ganzen Welt verabschieden das alte Jahr in einer Silvester-Vollmondnacht und begrüßen bei Festen unter freiem Himmel das neue. In Berlin feiern zwei Millionen Touristen mit den Einheimischen. In Hamburg stören Randalierer den Jahreswechsel und errichten Barrikaden auf den Straßen.
Millionen Menschen auf der ganzen Welt haben das alte Jahr in einer Silvester-Vollmondnacht verabschiedet und bei Festen unter freiem Himmel das neue begrüßt. Die ersten, die global das Jahr 2010 einläuten konnten, waren die rund 5000 Bewohner der Weihnachtsinsel Kiritimati, die zum Pazifikstaat Kiribati gehört. Schon um 11 Uhr mitteleuropäischer Zeit feierten die Menschen dort Silvester, denn in Kiribati verläuft die Datumsgrenze. Danach konnten es die Bewohner Australiens, Neuseelands und anderer Pazifikstaaten krachen lassen. Am Brandenburger Tor tanzten Berliner und Touristen fröhlich im Schneematsch.
Silvester mit "Blue Moon"
Zum ersten Mal seit Jahrzehnten stand in der Silvesternacht wieder ein "Blue Moon" am Himmel. Diese besondere Naturerscheinung eines zweiten Vollmonds innerhalb ein und desselben Monats ist ohnehin schon selten, doch in einer Silvesternacht konnte man sie seit dem Jahreswechsel 1990/91 nicht mehr beobachten. Das nächste Mal soll ein Silvester-"Blue Moon" erst wieder 2028 zu erleben sein. Den ersten Vollmond im letzten Monat des Jahres gab es diesmal am 2. Dezember.
Astronomen sagten für die Silvesternacht außerdem eine partielle Mondfinsternis voraus - in Deutschland war wegen des bedeckten Himmels von beidem so gut wie nichts zu sehen.
Randale in Hamburg
Während beim großen Feuerwerk an den Hamburger Landungsbrücken rund 35.000 Besucher friedlich ins neue Jahr feierten, errichteten rund 200 Randalierer in St. Pauli Straßenbarrikaden. Die Polizei musste sie mit zwei Hundertschaften abdrängen. Vor dem Untersuchungsgefängnis Holstenglacis versammelten sich ebenfalls etwa 200 teils gewaltbereite Menschen. Sie bewarfen die Polizei mit Böllern, die daraufhin die Versammlung beendete.
In der St.-Pauli-Hafenstraße schoben die Randalierer Müllcontainer auf die Straße und warfen Abfall auf die Fahrbahn. Anschließend zündeten sie alles an. Die Polizei ordnete sie dem linken Spektrum zu. Festnahmen gab es keine.
Schnee in Berlin
Jede Menge Schnee und frostige Temperaturen bei Deutschlands größter Silvesterparty: 2,2 Kilometer lang ist die Strecke in Berlin zwischen Brandenburger Tor und Siegessäule, die drei Bühnen, sechs Partyzelte und 200 Verkaufsstände bereits am Nachmittag zu einer Festmeile machten.
Nach Veranstalterangaben lockte Deutschlands größte Silvesterparty erneut knapp eine Million Besucher an. Punkt Mitternacht verwandelte ein Feuerwerk den Himmel über Berlins Zentrum in ein buntes Farbenmeer. Tausende lagen sich in den Armen, während Hits von Michael Jackson gespielt wurden. Die Polizei sprach von einem ausgesprochen friedlichen Fest.
"Trockene" Party in Sydney
Im Hafen der australischen Metropole Sydney stieg eine Riesen-Silvesterparty - ganz ohne Alkohol. Bereits um 14 Uhr mitteleuropäischer Zeit entfachte die Stadt vor der berühmten Kulisse der Hafenbrücke und des Opernhauses ein grandioses Feuerwerk mit 36.000 Feuerwerkskörpern. Die Polizei hatte in den öffentlichen Parks ein Alkoholverbot verhängt, um Pöbeleien und Gewalt durch Betrunkene zu verhindern.
Regenschirme in Rio und Frühling in Sofia
An der weltberühmten Copacabana in Rio verfolgten rund zwei Millionen Menschen am Strand ein gigantisches 15-minütiges Feuerwerk, das von im Atlantik schwimmenden Pontons aus gezündet wurde. Menschen lagen sich in den Armen und feierten mit dem brasilianischen Kultgetränk Caipirinha, Live-Bands und heißen Rhythmen den Jahreswechsel. Auch in Sao Paulo versammelten sich schätzungsweise zwei Millionen Menschen auf der Prachtmeile Avenida Paulista. Bei strömenden Regen tanzten sie zu Samba-Musik ins neue Jahr.
In Bulgarien herrschte dagegen sonniges Frühlingswetter. An der Silvesterparty in der Hauptstadt Sofia nahmen daher viele Menschen teil. In Weliko Tarnowo im Norden des Balkanlandes wurden 20 Grad gemessen.
Kalter Wodka auf dem Roten Platz
Auch Moskau ließ es krachen: Die bunten Zwiebeltürme der berühmten Basilius-Kathedrale funkelten im Schein eines mächtigen Feuerwerks. Vor dem nahen Lenin-Mausoleum liefen viele Moskauer auf Schlittschuhen in einer Eisarena ins neue Jahr. Wegen der elf Zeitzonen in Russland begrüßten die Menschen im Riesenreich das neue Jahr zu unterschiedlichen Zeiten.
"Let There be Courage" in New York
Unter strengen Sicherheitsvorkehrungen begrüßten mehr als eine Million Menschen auf dem New Yorker Times Square das neue Jahr. Unter ohrenbetäubendem Jubel feierten die New Yorker und ihre Gäste die Kristallkugel, die traditionell die letzte Minute des Jahres an einer gut 23 Meter langen Stange auf dem berühmtesten Stück des Broadways herunterschwebt. Tausende Touristen hatten trotz nasskalten Wetters mehr als zwölf Stunden auf der Straße ausgeharrt, um für die berühmteste Silvesterfeier Amerikas einen Logenplatz zu haben. Popstars verkürzten mit Auftritten die Wartezeit, viele Fernsehsender übertrugen stundenlang die Party vom Times Square.
Die seit den Anschlägen vom 11. September 2001 hohen Sicherheitsvorkehrungen waren nach dem vereitelten Flugzeug-Attentat von Detroit noch einmal verschärft worden. Tausende Polizisten, viele in Zivil, waren im Einsatz.
Routine auf der Raumstation
Für die Astronauten bot der Jahreswechsel triste Routine: Auf der internationalen Raumstation ISS sei die Silvesternacht ein "Arbeitstag wie jeder andere", hatte ein NASA-Sprecher gesagt. Es gebe weder etwas Besonderes zu essen noch ein Gläschen Sekt. Theoretisch hat die Besatzung 16 Mal die Gelegenheit, das neue Jahr zu begrüßen.
Alle feiern verkehrt
Sekt hin oder her - wenn es nach den Astronomen geht, feiern wir sowieso alle verkehrt: Für alle Bewohner der Erde beginnt das astronomische Jahr 2010 nämlich gleichzeitig - und das ist nach MEZ bereits vormittags um 11.55 Uhr am Silvestertag. Zu diesem Zeitpunkt überschreitet die Sonne auf ihrer Bahn die Wegmarke zehn Grad östlich vom Winterpunkt: Dieser Punkt markiert den astronomischen Jahresbeginn.